6,4% in Niederösterreich sorgen für Erleichterung bei uns Grünen. Nach dem Ausscheiden aus dem Nationalrat war es denkbar, dass die Grünen schrittweise aus weiteren Landesparlamenten ausscheiden und langsam von der politischen Bühne in Österreich verschwinden. Das ist nicht passiert, was den grünen „Kampfgeist“ weiter stärken wird. Die Stabilisierung in Niederösterreich  – wo es bekanntlich nie ein grünes Heimspiel gab – ist ein wichtiger Meilenstein am langen Weg zurück ins Parlament.

Erleichterung heißt aber nicht Selbstzufriedenheit. Im Gegenteil. Es gibt ein Bedürfnis nach grüner Politik, aber das bedeutet nicht automatisch grüne Erfolge. Bei jedem einzelnen Wahlgang werden wir auch künftig darum kämpfen müssen, in ausreichender Stärke Unterstützung zu bekommen. Deshalb wird es auch kein zurück zur Normalität geben. Die Nationalratswahl bleibt eine Zäsur aus der die notwendige Weiterentwicklung folgen wird. Das niederösterreichische Wahlergebnis erleichtert aber diesen Neustart, weil es motiviert und grüne Ideen in den Ländern präsent bleiben.

Die grüne Spitzenkandidatin Krismer hat volles persönliches Risiko genommen und sogar – in der Politik komplett unüblich – privat für Kredite gehaftet. Das zeigt, bei den Grünen geht es um die Sache und nicht um persönliche Vorteile. Um so erfreulicher ist es, dass die niederösterreichischen Grünen jetzt weiter im Landtag die mächtige Landes-ÖVP kontrollieren werden.

Das Wahlergebnis zeigt aber auch, dass das Hoch von ÖVP und FPÖ nicht vorbei ist. Das Regierungsprogramm hat bis jetzt zu keinen nenneswerten Wählerverschiebungen geführt. Die FPÖ hat sich fast verdoppelt und vermutlich (nur) durch den braunen Liederbuchskandal einen höheren Sieg verspielt. Wir stehen erst am Beginn in der Auseinandersetzung mit der Bundesregierung. Die Wege sind lange.

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