Die Grünen werden im nächsten Parlament nicht vertreten sein. Auch ich muss meine Abgeordnetentätigkeit beenden. Das schmerzt mich. Ich war mit Leib und Seele Abgeordneter, habe die parlamentarische Debatte geliebt und die inhaltliche Arbeit in meinen Themengebieten Justiz und Datenschutz, später auch Verfassung gerne vorangetrieben.

Jetzt kommt von vielen Seiten Kritik. Es sind sicher Fehler passiert, was aber auch alles gelungen ist, werden viele sehen, wenn die grüne Stimme fehlt.

Klar ist, dass dem erfolgreichen Jahr 2016 – Van der Bellen wurde Bundespräsident – ein schwieriges Jahr für die Grünen gefolgt ist. Der Wahlerfolg wurde nie den Grünen gut geschrieben, weil auf Grund der Überparteilichkeit – auch bezüglich des Grünen Anteils vor allem am Beginn der Kampagne – Zurückhaltung angesagt war. Dann folgte bereits im Dezember der Populismusstreit zwischen Pilz und Glawischnig. Im April gab es den unnötigen Konflikt mit den Jungen Grünen. Schon damals war der Abwärtstrend spürbar.

Die Entzweiung mit Peter Pilz nach seiner Nichtwahl auf Platz 4 am Grünen Bundeskongress samt seinem Abgang mit Gegenkandidatur hat dann endgültig eine Negativspirale in Gang gesetzt. Wer Peter Pilz kennt, musste ahnen können, dass es so kommt, wie es gekommen ist. Viele WählerInnen waren irritiert und haben uns nicht verstanden. Die mediale Berichterstattung war ab diesem Zeitpunkt von einem rauen kritischen Ton geprägt, der uns bis zum Schluss begleitet hat. Den gesamten Sommer ist es praktisch nicht gelungen mit inhaltlichen Positionen durch zu dringen. Eine verlorene Zeit in der wir unter ständigem Erklärungsdruck standen, anstatt positive Stimmung machen zu können.

Dazu sind aber noch andere Faktoren gekommen. Das Duell um Platz eins war extrem zugespitzt. Mit Kurz und Kern waren Gegner anderer Qualität am Feld als vor vier Jahren mit Spindelegger und Faymann. Gerade in der Schlussphase des Wahlkampfs dürften wir da im Osten an die SPÖ und im Westen an die ÖVP verloren haben. Auch Grüne Inhalte waren in den letzten Jahren massivem Druck ausgesetzt. 10 Jahre Wirtschaftskrise waren schon keine einfachen Rahmenbedingungen – das beherrschende Thema Flucht und Migration ab 2015 hat nochmals eine Verschärfung der politischen Debatte gebracht, die an die grüne Substanz gegangen ist. Versäumnisse in den letzten Jahren – auf die ich im Detail nicht eingehen will – haben dazu geführt, dass wir zusätzlich geschwächt waren und längst eine schleichende Unzufriedenheit bei vielen WählerInnen da war. Damit waren wir – schon unabhängig vom Wahlkampf – in Summe den Herausforderungen und Schwierigkeiten nicht mehr gewachsen und es ist gekommen, wie es gekommen ist.

Morgen: Teil 2 – Wie ich die letzten 6 Monate erlebt habe

27 Kommentare bis jetzt.

  1. ... sagt:

    „Den gesamten Sommer ist es praktisch nicht gelungen mit inhaltlichen Positionen durch zu dringen.“

    So sehr ich Ihre Arbeit und die Themen von Ihnen schätze so sehr irritiert mich diese Aussage.

    Welche Inhalte? Welche Themen bitte?
    Den einzigen Inhalt den die Grünen vertreten haben war „FPÖ verhindern, grün wählen“.

    Na Bumm, das nenn ich Inhalt. Da bin ich beinahe überrascht dass nicht noch weniger Prozent erreicht wurden.

    „Sei ein Mann wähle eine Frau“ – Das sind politisch relevante Themen?
    Es tut mir persönlich Leid um euch und vor allem Ihnen Herr Steinhauser.
    Aber auch ich hab mein Kreuz nicht mehr unter Grün gesetzt.

    Darüber diskutieren können wir vielleicht wieder zur nächsten Wahl. Aber die Schuld bei anderen suchen ist ein Fehler den Ihr besser nicht machen solltet.

    Die Verantwortung liegt alleine bei euch!

    Alles Gute für die Zukunft,

    Ein enttäuschter Grün-Wähler

  2. ex-grünwähler sagt:

    Auch wenn Ihr Polit-Profis regionale Themen aus der Bundeswahl draussen haben wollt:

    Ein Gutteil der Wiener Watsche war das unsägliche Verhalten von Maria Vassilakou, die mit Ihrem Basis-Demokratie Verständnis bzgl. Heumarkt und weiteren Plänen am Karlsplatz stur ihre Linie durchziehen wollte.

    Wenn jetzt Wiener Wahl gewesen wöre, wören die Grünen auch aus dem Rathaus geflogen !

  3. Ex-Grüne sagt:

    Das sind leider genau die Art Analysen, die abgewanderte Wähler nicht mehr hören wollen.
    Bitte nicht Dritte beschuldigen, wenn die Missstände definitiv aus den eigenen Reihen kommen:
    Falsche Themenschwerpunktsetzung im Wahlkampf.
    Übergangene basisdemokratische Entscheidungen.
    Keinerlei Einsicht bei sachlicher Kritik.
    Gebrochene Versprechen re Rücktritten.
    Uvm.

  4. Martin W. Jury sagt:

    Also für mich persönlich klingt Ihr Text wie eine Sammlung an (externen) Ursachen, nicht aber wie eine aufrichtige und notwendige Fehleranalyse. Dies ist ein Zugang den ich schon seit längerem bei den Grünen beobachte. Anstatt konstruktive Vorschläge zu liefern schien es mir in letzter Zeit so, als ob man sich bewusst in die Opferrolle drängt.

    Auch ich habe leider keine Inhalte entdecken können (ob sie da waren, kann ich nicht beurteilen). Das was ich sah, waren Plakate die einerseits plattitüdenhaft und inhaltsleer (‚Jedes Kind ist gut‘) oder aber anpatzerisch (‚kurz vor 12‘, ‚das Kernproblem‘) waren, ohne dabei auch nur ansatzweise Lösungsansätze erkennen zu können die einen gesellschaftlichen Dialog fördern würden. Denn Probleme werden sich nicht lösen weil man sie schön redet oder sie zu sehr vereinfacht und einen Schuldigen sucht. Gerade im Bereich des Klimawandels hätten die Grünen eine große Inhaltsleere der anderen Parteien füllen und leicht Anknüpfungspunkte zu zukünftigen Flüchtlingsdynamiken finden können ..

    Ich hoffe sehr ihr kommt wieder aus der Versenkung!! Aber ich schätze, dass dies mit aufrichtiger Selbstreflexion besser gelingen wird als mit externer Schuldsuche.

  5. Stefan Lehrner sagt:

    Weder Rot noch Blau noch Türkis sind daran schuld, dass Grün nun nicht mehr im Parlament sind. Das haben die Grünen selbst verschuldet: Ein kleines Beispiel: Währing hat sich 2x gegen ein Parkpickerl entschieden, die grüne Bezirkschefin hat es einfach eingeführt. Man kann Grün wählen und trotzdem Auto fahren. Grün hat es in den letzten Jahren nicht mehr verstanden auf die Bevölkerung zu hören…

  6. Gerald Ruschka sagt:

    Viele Wählerinnen und Wähler haben bereits lange ihren Unmut über eine zu dogmatische Orientierung und die Fixierung auf einzelne Themen (z.B. Gendering) zum Ausdruck gebracht.

    Viele Wählerinnen und Wähler haben bereits lange ihren Unmut über die laufenden Säuberungsaktionen in den Reihen der Parteispitze (weg mit allen „Silberrücken“, weg mit allen „Realos“) zum Ausdruck gebracht.

    Antwort: „Wir wissen schon, was für alle gut ist!“. „Wenn Du das nicht verstehst, dann bist Du nicht klug genug!“, „Geh doch, wenn Dir was nicht passt!“

    Hier war für mich alles klar, als ich das hier sah.

    http://images.derstandard.at/2017/10/03/plakatnaschmarkt.jpg

    In einem Moment, wo man wusste, dass die Parteikasse (nach dem BP Wahlkampf) ohnehin nicht besonders gefüllt war. In einem Moment, wo die Liste Pilz (natürlich auch aus einer gewissen wirtschaftlichen Not) durch einen völlig minimalistischen Wahlkampf gesetzt hat.

  7. Torsten sagt:

    Sie haben immer noch nichts verstanden. „Der böse Pilz hat uns geschadet.“ und „der Wähler versteht uns nicht“ – das nennen Sie Analyse?

    Verdammt noch mal, ihr sollt den Wähler verstehen und nicht umgekehrt!

    Warum hat es der Pilz wohl in den NR geschafft – mit nahezu nichts außer seiner Haltung und seinen Erfolgen? Weil er für sinnvolles steht.

    Wofür steht ihr? Für „Basis befragen und das Ergebnis ignorieren?“. Oder doch viel mehr für „Hauptsache es wird korrekt gegendert, egal was für Sorgen der Wähler hat“?

    „Sei ein Mann – wähl eine Frau“ – Kompetenzen, Inhalte, Haltung – alles egal, Hauptsache Frau? Sexismus pur.

    Die Grünen sind selbst schuld – und niemand sonst.

    Ihrer „Analyse“ kann ich jedoch entnehmen, dass sich so schnell nichts ändern wird. In Landtagswahlen werdet ihr das gleiche Debakel erleben und dann nach und nach verschwinden, während Pilz und andere Vernunftbegabte Euch die Wähler abknöpfen werden – und das völlig zu Recht.

  8. jeder sagt:

    Ich schätze Sie auch sehr als Politiker, würde Ihnen aber auf jeden Fall abraten die Schuld außerhalb der Partei zu suchen. Damit bekommt man die Wähler – siehe Posts vor mir und mich – nicht retour.

    Die Grünen haben ein schwaches Wahlkampfprogramm geführt und bei vernünftiger Umsetzung sind die Umstände dringlicher denn je. Sie könnten mit Umwelt, Sozialer-Gerechtigkeit und Pro-Europa punkten, wenn Sie es nur in ein schlüssiges Programm packen. Aber diese wir sind Anti-FPÖ und Schulmeisterhafte – wir verbieten alles und machen Angst Politik – zieht zum Glück bei Ihrer Wählerschaft nicht!

    Alles Gute für die Zukunft und es schmerzt wirklich sehr, Sie nicht mehr im Nationalrat vertreten zu wissen.

    Beste Grüße

  9. Andreas Tröster sagt:

    Ihre Analyse ist eine weitere Katastrophe. Genauso inhaltsleer wie wie grüne Politik der letzten Jahre insgesamt. Man kann von Strache noch so angeekelt sein, aber wenigstens weiss man, wofür er steht! Bei Euch wusste man das nicht mehr! Nur mehr Platitüden (Sei ein Mann…), Bussi-Bussi-Pappendeckelkandidaten vor erfahrene Sachpolitiker vorgereiht, die realen Sorgen um die Gefährlichkeit des politischen Islam ignoriert, der faule Deal „Wir kriegen die MaHü, Ihr dafür den Heumarkt“ mit des SPÖ samt angekündigtem und dann wieder abgesagtem Rücktritt, Mittragen der grauslichen Geldverschwendung durch Inserate etc. mit der SPÖ in Wien, eine Parteivorsitzende, die allen Ernstes glaubt, die Bundespartei von Tirol aus führen zu können, etc. etc.
    Nichts von dem findet sich auch nur ansatzweise in Ihrem ebenso wehleidigen wie vollkommen realitätsfernen Analysegeschwafel. Statt dessen machen Sie externe Ursachen aus wie „diesmal war halt nicht mehr Spindelegger unser Gegner“.
    Ihr Text ist eine – weitere – Bankrotterklärung. Eigentlich haben Sie sich damit die Antwort, warum die Grünen aus dem Parlament geflogen sind, auf eindrucksvolle Weise selbst gegeben.

    Ein ehemaliger Grünwähler

  10. reinhad sagt:

    „Sei ein Mann – wähl eine Frau“ … habe an sich kein Problem mit dem Slogan — nur erinnerte dieser auf den Großplakaten in der Landschaft eher an Kabarett als an einen Wahlkampf.

    In Zeiten wo es vielen Österreichern in den unteren Einkommensschichten gar nicht mehr gut geht kann ich mir aber vorstellen wie dieser angekommen ist ….

    … so gewinnt man keine Stimmen!

  11. Albert Holzbauer sagt:

    WER WIRD JETZT IN DER JUSTIZPOLITIK HUMANITÄT ALS ETHIK UND HUMANISMUS ALS GEISTIGE HALTUNG VERTRETEN ?
    WER WIRD JETZT IN DER JUSTIZPOLITIK DIE NOTWENDIGE STÄNDIGE REFORMIERUNG DES VOLLZUGSRECHTES BETREIBEN ?
    FÜR EINE VORANSTREBENDE JUSTIZPOLITIK IST DER ABGANG VON HERRN MAGISTER ALBERT STEINHAUSER EINE KATASTROPHE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  12. Andi sagt:

    Hallo Albert,
    Ihre Analyse ist eher eine Liste der Ursachen. Aufgearbeitet ist da noch nichts. Nach wie Vor die (indirekte) Schuldzuweisung an den Wähler, der nicht Verstanden hat, Ursachen welche von Außen kommen und letzten Endes der Ausstieg von Pilz.

    Die Grünen haben sich in den letzten 10-12 Jahren mehr und mehr nur noch mit sich selbst und diversen Randgruppenthemen beschäftigt. Statt Fairness, Arm-reich Schere, Mieten, unser zusammenbrechendes Finanzsystem, und vielen anderen Themen welche die Bürger bewegen, wurde LGBT, Feminismus, Gendering, privater Waffenbesitz usw. thematisiert. Überwiegend nur Probleme der „ersten Welt“. Luxusprobleme.
    Immer mehr habt ihr euch „moralisch überlegen“ über andere Meinungen und Sorgen der Bürger erhoben.

    Als die Grünen aber dem ESM zugestimmt hatten, wurden sie Teil des Establishments. Da war dann für mich persönlich der Ofen endgültig aus.

    Ich hoffe ihr besinnt euch…
    Ein Hainburgaktivist und ehemaliger Grünwähler

  13. Franz sagt:

    An die #1 (Kommentar am 17.10.17 um 13:03): Die Grünen hatten sehr wohl ein Programm abseits von „FPÖ verhindern“. Falls Sie wirklich ein ehemaliger Grünwähler sind, wüssten Sie das auch! Das Problem lag in der Kommunikation der Inhalte. Die haben aber in diesem Wahlkampf niemand interessiert. Bei den Plakatsprüchen geb ich Ihnen recht, die waren albern und unnötig.

    Hr. Steinhauser, die Probleme waren mMn vielfältig.

    1. Die Spitzenkandidaten im Umfeld des Wahlkampfes. Ich fand Frau Felipe als Spitzenkandidatin verbrannt, weil sie in Tirol der Kürzung der BMS zugestimmt hat. Da holt die Realpolitik die Ideale ein und das muss potentiellen Wählern kommuniziert werden, damit nicht nur „Die Felipe hat in Tirol der Kürzung der BMS zugestimmt – und das soll eine soziale Partei sein?“ picken bleibt. Frau Lunacek war leider auch zu farblos in diesem unwürdigen Wahlkampf. Ich glaub, die wenigsten Wähler haben auch verstanden, wer von den beiden eigentlich jetzt welche Rolle inne hat.

    2. Die Grünen haben es nie geschafft, ihr moralisierendes, „von oben herab“, rechthaberische Gerede abzulegen. Vielleicht war das dem Auftrieb nach dem BP-Wahlkampfes geschuldet, weil man jetzt die Deutungshoheit für sich beanspruchte, aber vdB hat nicht wegen der Grünen gewonnen, sondern trotz der Grünen! Das hat man eindeutig fehlinterpretiert.

    3. Thema Heumarkt und „wir schei*en auf eigene Prinzipien“. Ich fand das letztklassig. Sowohl als Signal an die eigenen Leute als auch an neue Wähler. Natürlich holt auch hier die Realpolitik die Ideale (in dem Fall Basisdemokratie) ein, aber dann lass ich nicht abstimmen, sondern entscheide einfach. Auch Vassilakous Wortbruch bei Stimmenverlust bei der Wien Wahl damals war ein Problem! Für eine Partei, die sich moralisch über andere erhebt, treffe ich entweder nie so eine Aussage oder trete dann tatsächlich zurück. Ich verliere sonst nämlich das Recht, mich moralisch über andere zu stellen und „wir sind besser“ zu proklamieren. Das haben die Grünen aber weiterhin getan (siehe Punkt 2).

    4. Migrationsthemen. Sind wir uns ehrlich. Wir haben ein Problem, wenn afghanische Frauen nach ihrer Flucht erstmals in ihrem Leben ein Kopftuch anlegen, weil der Iman in einer Wiener Moschee es ihnen sagt. Wir haben ein Problem, wenn der serbische Jugendliche vom großen Bruder/der Tante/der Oma groß gezogen wird, während die Eltern in Serbien von der BMS ein Haus bauen. Wir haben ein Problem, wenn Jugendliche Lehrangebote ablehnen, weil das AMS attraktiver ist. Wir haben ein Problem, wenn Tschetschenen den Vater in der russischen Heimat besuchen, obwohl sie ihre Aufenthaltsberechtigung damit verwirken würden. Wir haben ein Problem, wenn das Wort von Imanen mehr Gewicht hat als das des österreichischen Rechtsstaats. Das sind existente Probleme, die die Grünen mMn aus falsch verstandener Toleranz nur unzureichend angegangen sind. Ich hätte Frau Aslan und Frau Korun viel öfter vor den Vorhang geholt in diesem Wahlkampf – vielleicht hätte man rückblickend auch mehr auf Dönmez hören sollen.

    5. Die Blase. Die Grünen propagieren linke, soziale, weltoffene Politik, aber leben doch selbst in einem kleinen, recht begrenzten Umfeld. Wie viele „Ausländer“ leben denn tatsächlich in meinem Umfeld in Wien der inneren Bezirke? Überspitzt formuliert: In meiner Blase ist der einzige Ausländer der Augustin-Kolporteur, der mir abends im Lokal die Zeitung verkauft. In der 6er-Bim oder U6 oder U1 schaut es anders aus. Im Arthaberpark schaut es auch anders aus. Millenium-City. Lugner-City. Donauzentrum. Fand dort Wahlkampf statt? Hätte jetzt niemand gesehen, auf der Lerchenfelder Straße hingegen mehrmals. Wohlfühlwahlkampf…

    6. Nicht zu Ende gedachte Themen wie…
    a) …Mietpreisbremse. Find ich persönlich sehr gut, aber kann das funktionieren? Die Limitierung im Altbau führt ja in Wien bereits zum Abriss der kostbaren Gründerzeithäuser, weil für Investoren der Neubau billiger ist als die Sanierung. Einspruch von der Landesregierung ist nicht vorhanden. Wie wird das dann mit der Limitierung des Mietpreis für alle? Haben wir dann Leerstand, weil es sich für den Eigentümer nicht mehr lohnt zu vermieten? Schon jetzt sind in meinem Haus von 35 Parteien nur 13 wahlberechtigt und nur 3 Eigentümer wohnen auch tatsächlich in ihren Wohnungen. Was ist mit Airbnb? Wie bekommen wir das dann in den Griff? Das hab ich vermisst
    b) …Glyphosat-Verbot. Monsanto hat kein Patent mehr auf Glyphosat und daher ein gesteigertes Interesse an einem Verbot, um ihre Nachfolger auf den Markt zu schmeißen. Ihr lasst euch da willfährig vor den Karren spannen, obwohl die tatsächliche(!) Gefahr ein Witz ist. Das ist einer akademischen Partei, die den wissenschaftlichen Diskurs nicht scheuen sollte, unwürdig.

    7. Zur Blase, zur Moral und zum Wohnraum noch ergänzend: Solidarität fordern, aber selbst nicht leben, kenne ich leider auch nur aus dem Umfeld der Grünwähler. Warum ein Manager mit 90k Jahresgehalt eine Sozialwohnung bewohnt, ist mir ebenso wenig klar wie jemand, der sich noch eine Friedenszinswohnung behält, obwohl er längst woanders wohnt. Die Grünen in Wien scheinen mir aber hier auch nicht an einer Lösung interessiert. Moralisiert wird hingegen über die Miethaie.

    8. Pilz, Dönmez, Voggenhuber. Ja, unbequeme Leute, die nicht zur Wohlfühlatmosphäre passen. Man muss es aber erstmal schaffen, diese Egomanen nach den Auseinandersetzungen mit Euch als Gewinner da stehen zu lassen 😉

  14. Andreas Gschnait sagt:

    1.) Ihr Grünen habt leider völlig den Draht und den Kontakt zu euren Wählern verloren. Wenn ich Frau Lunacek im Wahlkampf gemütlich am Weinwandertag ein Wohlfühl-Achterl trinken sehe, gehe ich nicht davon aus, dass sie sich mit meinen Problemen ernsthaft auseinander setzt.

    2.) Sie sagen, dass es den Grünen nicht möglich war mit inhaltlichen Positionen durchzudringen. Wenn sie als Politiker dazu nicht in der Lage sind, dann haben sie meiner Meinung auch nichts in der Politik verloren.

    3.) Ihr habt wirklich völlig verunglückte Wahlplakate gehabt. Es sind ernste Zeiten in Österreich, da hat das hübsche hellgrün-zuckerlrosa überhaupt nicht gepasst. Auch die Inhalte wie „Sei ein Mann wähle eine Frau“ ist glaube ich jedem Mann den ich kenne übel aufgestoßen. Schaut euch mal die Plakate von Kurz an, da könnt ihr echt was lernen.

    4.) Das Hauptthema, dass die Österreicher in dieser Wahl beschäftigt hat war Migration, das war aus mehreren Umfragen vor der Wahl ersichtlich. Für dieses Thema habt ihr schlicht keine Lösung. Wenn die Menschen Angst vor Migration haben dann müsst ihr sie dort abholen. Ängste sind starke Motivationen, die lassen sich nicht einfach wegreden.

    5.) Die Menschen interessieren sich nicht für Parteien die Andersdenkende verhindern wollen. Die Menschen interessieren sich für konkrete Lösungen ihrer Probleme.

    6.) Und dann hat’s halt noch einen Haufen kapitaler Patzer gegeben: Heumarkt, Vassilakou-Rücktritt-Erklärung, Schmied statt Pilz, Öffentlicher Rauswurf der Jugendorganisation.

    Lest ein wenig in den Foren der Zeitungen, geht auf die Straße und redet mit echten Menschen.

    Dieses Debakel habt ihr nur euch zuzuschreiben und sonst niemandem.

    Ein trauriger langjähriger Grünwähler – diesmal aber auch Peter Pilz.

  15. Gerhard Volk sagt:

    Tut mir leid, aber Sie haben leider gar nichts verstanden!
    Der Grundstein für die heutige Situation wurde eigentlich mit dem Amtsantritt Glawischnigs gelegt. Die Art und Weise, wie Voggenhuber für seine Kritik an der mangelnden demokratischen Umsetzung des Übergangs von VdB auf Glawi abgesägt wurde, hat die Büchse der Pandora geöffnet. Die nachfolgenden „Erfolge“, die eigentlich Misserfolge waren, da sie immer weniger das Potential der Grünen ausschöpfen konnten, haben Glawischnig noch in ihrer Haltung bestärkt. Öllinger, Pilz, Dönmez, Petrik, Moser, …. all diese Leute, die was zu sagen haben, wurden wegen ihrer Ecken und Kanten auf schäbigste Art und Weise aufs Abstellgleis gestellt oder hinaus geekelt. Ihnen wurden Zyniker, wie Maurer und Leichtgewichte, wie Schmid vorgezogen.
    Die unterträgliche Art und Weise, wie die jungen Grünen unter größtem wirtschaftlichen Druck auf Linie gebracht werden sollten und die unsägliche Prinzipienlosigkeit von Vassilakou in Bezug auf eigene Versprechen und Basisdemokratie haben den Niedergang weiter beschleunigt. Auch der Obstruktionskurs von Astrid Rösler in der Frage der 380kv-Leitung in Salzburg (die für die Energiewende essenziell ist!!) und die Verwerfungen bei den Kärntner Grünen waren wenig hilfreich.

    Die Grünen sind in den letzten Jahren nur noch durch Aktionismus aufgefallen. Tiefer durchdachte Konzepte (die es vielleicht gibt) wurden überhaupt nicht promotet. Wer soll eine Partei mit einem unfassbar narzistischen Eva-Magazin ernst nehmen?

    Schließlich hat man im Wahlkampf den Teufel von Schwarz-Blau an die Wand gemalt und damit der SPÖ die Wähler in scharen zugetrieben.

  16. Ein ehemals notorischer Grünwähler sagt:

    Ihr Analyse ist meines Erachtens ein bisschen zu kurz gefasst.
    Ich persönlich war bis am Sonntag unschlüssig (ob Grün oder Pilz).
    Rot kam für mich nicht in Frage.
    Man kann von Pilz unterschiedlichster Meinung sein, aber er kennt die österreichische Politiklandschaft besser als die meisten anderen.
    Bei allem Respekt für Fr. Lunacek, aber Sie ließ sich zu sehr in unpolitisches Geplänkel hineinziehen und zum Schluss hin, hatte ich das Gefühl, Sie wusste selbst nicht mehr, wo sie stand.
    Echt schade um die Grünen.

  17. Ehemaliger Grünwähler sagt:

    Darauf habe ich gewartet. Die Medien, die Strukturen, das Personal ist schuld.

    Nein liebe grüne, es sind ganz einfach eure Inhalte! Vor allem der Migrationswahn – erstaunlich, wie wichtig euch dieses Thema war, bis hin zur Selbstvernichtung.

    Stattdessen wird den Wählern die schuld gegeben, die zu unmündig sind, und sich von Medien und Populismus blenden lassen.

    Das ist so, wie wenn ein Unternehmen einen Kunden verliert – und dann fragt, was der Kunde falsch gemacht hat.

  18. Smike sagt:

    Ihr müsst eure ideale hinterfragen. Gendern und anti rechts interessiert niemanden mehr. Nicht weil es nicht wichtig wäre sondern weil ihr die Linie soweit nach links gezogen habt, dass man nicht mehr miteinander sprechen kann. Alles muss superdubi nett sein und wer etwas richtiges, kritisches sagt wird als rechts oder Sexist dargestellt. Das ist die eine Seite, die andere ist dass ihr unentwegt in den letzten Jahren eure besten Leute losgeworden seit. Immer Männer, immer Alphatiere mit ner großen polarisierenden goschen. Ja das waren Männer, aber sie haben eure Werte geteilt und vertreten.. dachte man aber dann waren sie weg (es kann schon vorkommen dass so was passiert aber dass war systematisch).
    Ihr hättet mit Pilz in den Wahlkampf als Spitzenkandidat ziehen sollen. Ja er ist ein Egoist und dazu wärns dann nur Männer gewesen, aber vayne, jetzt kommen die blaunen zum Zug.

  19. Mag. Cejnek sagt:

    Ehrlich: ich habe die Grünen nie gemocht, ein paar Abgeordnete im NR hätte ich ihnen dennoch gegönnt. Doch haben offenbar die meisten Ex-Grünwähler beschlossen, der SPÖ den zweiten Platz zu retten und ihre ehemalige Partei aufzulösen. Beides ist gelungen.
    Was mich an dieser Partei besonders abgestoßen hat: der arrogante Anspruch, „den Planeten zu retten“. Nun, die letzte Klimaerwärmung von 900 bis 1300 heißt offiziell „Klimaoptimum“ und war recht gut. Selbst wenn die wahrscheinliche derzeitige nicht gut sein sollte, der Planet ist natürlich nicht in Gefahr. Das ist übelster Populismus.
    Die Frechheit der Wiener Vizebürgermeisterin, die erstens ein vielfach bejubeltes Rücktrittsversprechen nicht einlöst und dann auch noch eine Abstimmung in der eigenen Partei zum scheußlichen Heumarktturm ignoriert. Das ist nicht Basisdemokratie, das ist Kommunismus !
    usw.
    Generell der arrogante Umgang mit politischen Mitbewerbern und der Anspruch, intellektuell überlegen zu sein, was überhaupt nicht den Fakten entspricht.

  20. Birgit sagt:

    Ich schätze die inhaltliche Arbeit, die sie in den letzten Jahren geleistet sehr und finde es definitiv schade, dass die Grünen nicht mehr im Parlament vertreten sind (ok – das trifft nicht auf alle der Liste zu, aber auf viele). Mein Grund, warum ich (außer auf EU-Ebene) nicht mehr grün wähle, war nicht Pilz und diesmal waren es auch keine taktischen Überlegungen, sondern: als Wienerin bin ich EXTREM enttäuscht davon, dass die Grünen sich von Kernthemen wie Tierschutz (Listenhunde, Ziesel, Fiaker, uvm) völlig verabschiedet haben, viele Maßnahmen mehr wie PR als Politik (Mahi und Ampelpärchen) wirken und nichts mit umfassenden strukturellen Veränderungen zu tun haben und sehr viele Chancen nicht ergriffen wurden, zB Eintreten für Änderungen der Förderpolitik im Kulturbereich, die allen zugute kommen, statt Förderung von Grün-Nahen Projekten aus irgendwelchen Sondertöpfen, wofür bisher die SPÖ kritisiert wurde. Dass die NRW nicht unmittelbar etwas mit den Wiener Grünen zu tun hat, ist mir klar, war mir, weil sehr ang’fressen, aber diesmal wurscht.

  21. Elena Lippitsch sagt:

    Schwache Analyse!

    Beispiele:
    1) Klimapolitik bedeutet Energiewende, bedeutet Erneuerbare! Mit Pauken und Trompeten, als ginge es um Atomkraft, treibt Ihr gegen WASSERKRAFT!! Hetze, die jeder Vernunft Hohn spricht (Graz, Sulm) und versucht dümmlich rechthaberisch Stromleitungen zu verhindern (oder extrem zu verteuern) sodass im einzigen verbliebenen Kernthema der Grünen- Klimapolitik- nur mehr Schmarrn übrigbleibt.
    2) Während erbost rechthaberisch jeder Huster gegendert werden muss, findet ihr es nichtmal erwähnenswert, dass mit öffentlichen Geldern rückständig patriarchal in Kindergärten und im Islamunterricht mittelalterlicher Hass verbreitet wird und somit kulturrassistisch Migrantenfrauen ihrer Selbstbestimmungsrechte (weil Kopftuchzwang etc) beraubt werden, was en passant den Feminismus zum Luxus der Reichinnen und Berühmtinnen verkommen ließ, die als Quoten-Aufsichtsrätinnen vom Postenschacher profitieren und die Normalfrauen NIX! davon haben.
    3) Zum Thema Steuerparadiese für Großkonzerne (Kleinunternehmertod) nur eine Plattitüde „Pro Europa“ habt ohne europapolitische Position. (Ceta verhindern und andere Negaitivphrasen sind KEINE POSITION!)
    … uvm
    Ich habe nichtmehr Grün, sondern Pilz gewählt und wäre Pilz bei den Grünen geblieben, hätte ich mit Bauchweh KPÖ gewählt…

  22. Exgrüner sagt:

    Um die Grünen im Parlament ist es ewig schade. Vor allem bei dem, was sie hätten sein können. Sie waren aber, und das eigentlich schon seit Glawischnig, in einer sich immer verstärkenden Dynamik, immer mehr an Randthemen interessiert oder wurden widersprüchlich. Die Grünen haben sich eingeigelt und in ihrer moralischen Erhabenheit selbst applaudiert. Zweifel oder Einwände, die dem immer eigendynamischeren Konstrukt widersprachen, wurden ziemlich konsequent abgewürgt. Aus diesem Grund bin ich letztlich bei den Grünen ausgetreten. Die Art, wie viele Grüne mit ‚einfacheren‘ Menschen und deren Realitäten und Problemen umgingen, hat mich auch schockiert und ich bin froh, der Gedankenwelt rechtzeitig entkommen zu sein. Gewählt habe ich die Grünen dennoch. Bis Felipe kam und mir in Interviews und Wortmeldungen zeigte, dass die Grünen sich wirklich komplett lernresistent geben. All die von Ihnen angesprochenen Querelen waren für mich gar nicht entscheidend, da ich mich schon entschieden hatte. Schön wars nicht. Werdet das Sektenhafte los, gehts raus aus euren Blasen, ihr wärt eine so wichtige politische Kraft. Und trotzdem Danke für die grundsätzlich gute Arbeit.

  23. Dr.Hammer sagt:

    Sehr geehrter Herr Steinhauser,

    mit Verlaub, aber Ihre Ursachenanalyse ist absurd und komplett verblended. Es wäre wesentlich näher an der Realität einfach Korun, Glawischnig, Lunacek, Vassilakou,……. zu schreiben.
    Als langjähriger, grüner Stammwähler kann ich Ihnen nur meine Sicht der Dinge darstellen. Die Grünen standen immer für Vernunft, Weitblick und Klarheit, bis man sich für Eva Glawischnig entschied, was dann in Ulrike Lunacek gipfelte. Die qualifizierten Personen, welche in dieser Absurdität auf der Strecke blieben gar nicht erwähnt.
    Leute die für Gleichberechtigung/Fairness einstehen, akzeptieren nunmal keine Spitzenkandidaten deren einzige Qualifikation ihre Biographie bzw. deren Geschlecht ist. Die Causa Pilz betrachte ich eher als Folgeerscheinung einer komplett enthirnten Parteiideologie.

    Den Konflikt zwischen Klimaschutz und Asylwelle zu suchen/finden halte ich auch für sehr fragwürdig. Es gäbe genügend, wirklich relevante Themen im Jahr 2017 in Österreich. Meine Fragen zum Pensionssystem/Gesundheitssystem in Relation zur demographischen Entwicklung in Österreich hat, mit zwei zugedrückten Augen, maximal die SPÖ touchiert.

    Summa summarum komplett inkompetente Spitzenkandidaten gepaart mit einer Grundstimmung die Meinungen abseits einer nicht definierten Parteihaltung nicht zulässt.

    Dass man jetzt noch Kogler die Abwicklung des Schlamassels aufbrummt halte ich für letztklassig, überrascht bin ich jedoch nicht.

    mit besten Grüßen,
    Dr. T.Hammer

  24. Hollaus Hans-Jörg sagt:

    Die Grünen haben sich mit ihrer eigenen Moralkeule erschlagen.
    Als ehemaliger Grünwähler hat mich die permanente Verboteritis und die nicht vorhandene Löseritis ins Pilzlager vertrieben.
    Die 5-jährige Klausur schmerzt zwar,kann aber auch zur Reinigung verwendet werden.

  25. Zum ersten Mal nicht grün gewählt sagt:

    Seit Erlangung der Wahlberechtigung habe ich immer Grün gewählt. Letzten Sonntag zum ersten Mal nicht. Ich möchte Ihnen erklären warum, in der Hoffnung dass dies der Aufarbeitung dieses Fiaskos dienlich sein wird und Die Grünen beim nächsten Mal wieder in den NR einziehen werden.

    Ich habe meine Stimme der SPÖ geliehen, da sie aufgrund ihrer momentanen Größe in meinen Augen das letzte (fragile) Bollwerk gegen eine anti-pluralistische Politik darstellt, die wohl längerfristig einigen befreundeten Flüchtlingen das Leben kosten wird, wenn eine regierende FPÖ gnadenlos verfolgte, gut integrierte Menschen in den sicheren Tod deportieren lässt. Dem rechten, populistischen Flügel der SPÖ stimme ich zwar ideologisch nicht zu, aber ich hätte selbst bei seiner etwaigen Durchsetzung gegen den linken Flügel Hoffnung gehabt, dass er es zumindest schaffen könnte den rechtsextremen Kräften von FPÖ und neuer ÖVP den Wind etwas aus den Segeln zu nehmen. Denn das ist zwingend notwendig… von alleine werden ⅔ der Wähler in Österreich nicht plötzlich differenzierter und nuancierter über flüchtende Menschen denken.

    Um den rechtsextremen Antipluralismus zu stoppen, muss man jenen die aus schierer Ignoranz alle Flüchtlinge unter Generalverdacht stellen, entschlossen entgegen treten und – das ist das wichtigste – ihnen auch einen Schritt voraus sein. Bevor sie (zu Recht) lautstark protestieren, weil ein Gewaltstraftäter nicht schnell genug abgeschoben wurde, muss dies lautstark von im linken politischen Spektrum gefordert werden, um zu verhindern dass dieser blinde, reaktionäre Hass auf unbescholtene Flüchtlinge überschlägt. Die Leute sind außerdem oftmals sehr einfach gestrickt und BRAUCHEN einen klaren Sündenbock – wird dieser von einer nicht geboten, wechseln sie zu jener Partei die es tut. Peter Pilz hat dies meiner Meinung nach richtig erkannt und den „politischen Islam“ als einen solchen Sündenbock angeboten. Das passt meiner Meinung auch zu den sekulären Wurzeln der Grünen und hilft auch Flüchtlingen, die oftmals von religiösen Fanatikern in die Flucht getrieben wurden.

    Die Grünen haben dies meiner Meinung nach komplett verkannt. Man war nicht laut genug und nicht populistisch genug um den Rechtsextremen geschickt Paroli zu bieten. Natürlich ist Populismus nicht wünschenswert, aber er ist nun einmal der momentane Zeitgeist, der die Wähler mobilisiert. Wenn man sich zu gut ist, sich hier die Hände schmutzig zu machen, dann geht man unter und überlässt somit dem gefährlichen Populismus der Rechten mehr oder weniger kampflos das Feld.

    Wäre mit die Lage der letzten großen linken Kraft im NR nicht so dramatisch gewesen, hätte ich statt der SPÖ meine Stimme zu leihen, sie der Liste Pilz geschenkt. Er hat meiner Ansicht als einziger ein realistisches Konzept wie dem lebensgefährlichen Populismus von FPÖ und ÖVP Einhalt geboten werden könnte. Dies ist zu dramatisch und zu wichtig, als dass ich meine Stimme einer Partei geben könnte, die kein solches Konzept dieser Art hat und nur zu hoffen scheint, dass Herr und Frau Österreicher von selbst zu Sinnen kommen werden. Das werden sie nicht.

  26. Lieber Herr Steinhauser,

    ich verstehe, dass dieser Abschied für sie sehr schmerzhaftl ist.
    Wir haben in unserer politischen Gruppe (Grüne, Rote und Linke – ist daher auch nicht immer ganz friktionsfrei – in den letzten Tagen heftig über das katastrophale Abschneiden der Grünen diskutiert. Nur ein paar wenige Gedankensplitter daraus:Umweltfrage mit der sozialen Frage verknüpfen, so dass daraus eine veritable Erzählung wird.Alleinstellungsmerkmal? Die Migrationsfrage ist in Österreich und nicht nur ein Thema, dass man nicht aussparen kann.
    Ich hätte mir sie als Spitzenkanditat gewünscht. Ich denke nicht, dass sie ein Wunderwuzzi sind aber das Potenzial ist sicher ausbaufähig.
    Alles Gute und liebe Grüße
    Ch. Hulatsch

  27. Einst grünwählerin sagt:

    Sehr geehrter Herr Steinhauser,
    Seit ich wählen kann, wählte ich grün, nicht nur ich Sonden auch mein gesamtes Umfeld. Die vergangenheitsform deshalb weil wir alle dieses Mal nicht grün gewählt haben und zwar nicht aufgrund irgendwelchen strategischen Überlegungen sondern ganz allein deshalb weil für mich grün diesmal nicht wählbar war. Ich hatte zwar Bauchweh dabei das Kreuzerl das erste mal nicht bei Grün zu machen aber es war er noch keine Option.
    Gründe hierfür gibt es viele: schon bei den letzten Wahlen war ich nicht mehr restlos überzeugt. Mir fehlten die Inhalte, die Meinungen auch zu anderen Themen als zu Gleichberechtigung und Umwelt, das sind ganz zentrale Themen aber nicht die Einzigen. Es entstand bei mir zunehmend das Gefühl, dass Themen wie Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik oder ähnliches einfach ausgespart werden weil es dafür keine klare Position gibt. Dies hat mir auch in diesem Wahlkampf sehr gefehlt. Und dann kam die Kampagne die aus meiner Sicht total daneben gegangen ist. „Sei ein Mann wähl eine Frau“. Ich arbeite im Management einer sozialen Organisation mit vielen männlichen Kollegen und Kämpfe täglich darum nicht nur als Frau wahrgenommen zu werden sondern als fachliche Expertin. Dieses Plakat sagt genau das Gegenteil und hat mich wirklich erschüttert.
    Ich hoffe ihr schafft es an euch zu arbeiten und bitte sucht nicht die Fehler bei den anderen, ich würde euch nämlich gerne wieder wählen bei der nächsten Wahl. Es ist eure Entscheidung..

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