2016 hat es 44 fremdenfeindlich motivierte Angriffe auf Asyleinrichtungen gegeben. Die Palette der Hasskriminalität reicht von Steinwürfen über Brandstiftungen bis zu Nazi-Schmierereien. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg. 2015 gab es 25 Straftaten gegenüber Flüchtlingseinrichtungen. Der raue Ton in der „Flüchtlingsdebatte“ heizt die Stimmung gefährlich an. Manche sehen sich dann legitimiert den aggressiven Worten auch Straftaten folgen zu lassen. Vergleicht man diese Zahl mit Deutschland, dann ist dort relativ gesehen die Zahl an Übergriffen doppelt so hoch. Grund zum Zurücklehnen ist das aber keiner. Problematisch ist, dass in den meisten Fällen keine Täter ausgeforscht werden konnten. In der Aufklärungsquote liegt aber der Schlüssel zur Prävention. Nur wenn klar ist, dass diese Attacken kein Kavaliersdelikt sind, sondern als Straftaten verfolgt werden, werden Täter vor weiteren Übergriffen abgeschreckt.

In der parlamentarischen Anfrage habe ich auch nach Übergriffen auf BetreuerInnen von Flüchtlingen gefragt. 2016 kam es zu 48 Fällen. Meistens handelt es sich dabei um gefährliche Drohungen oder Körperverletzung. Da braucht es Unterstützung für die BetreuerInnen, die oft schwierige Arbeit leisten. Es ist daher wichtig, sich die Ursachen anzuschauen. Auffällig ist, dass in rund 20 Fällen Minderjährige beteiligt sind. Hier könnten Traumatisierungen und Gewalterfahrungen, sowie der Verlust der Familie eine Rolle spielen. Eine funktionierende psychologische Betreuung wäre daher ein Präventionsansatz. Mir sind PsychologInnen bekannt, die 100 Flüchtlinge betreuen müssen. Das ist kein Betreuungsschlüssel, der eine angemessene Betreuung zulässt. Natürlich ist auch die Unterbringung, die sich auf das Konfliktpotential auswirkt und die Verfahrensdauer (Frust, Perspektivenlosigkeit) entscheidend, wie angespannt die Situation in Österreichs Flüchtlingseinrichtungen ist.

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