Der NSU-Prozess am Münchner Oberlandesgericht neigt sich dem Ende zu. Gleichzeitig beginnt am Oberlandesgericht Dresden der Prozess um die sog. „Gruppe Freital“, der vorgeworfen wird, als rechtsterroristische Vereinigung Sprengstoffanschläge und Mordversuche an Geflüchteten durchgeführt zu haben. In Unterwasser (Schweiz) feiern mehr als 5.000 Neonazis auf einem Rechtsrock-Konzert— um Geld zu sammeln für 15 „Kameraden“ die sich seit mehr als einem Jahr vor dem Landgericht Erfurt (Thüringen) wegen eines brutalen Überfalls auf eine Kirtaggesellschaft verantworten müssen. In allen drei Fällen spielen sowohl der Verfassungsschutz als auch die Ermittlungsbehörden eine unrühmliche Rolle. Die Angeklagten in München und Erfurt unterhielten bzw. unterhalten gute Verbindungen nach Österreich und in die Schweiz, die Angeklagten aus dem Verfahren vor dem OLG Dresden vernetzten sich aktiv mit tschechischen Rechten. Militant agierende rechte Strukturen sind kein nationales Phänomen. Dies wird immer wieder auch in den Prozessen um rechte Morde, Angriffe auf Andersdenkende und Geflüchtete deutlich. Die Veranstaltung will versuchen einen Überblick über die aktuellen großen Prozess rechter Gewalt in Deutschland und deren Verbindung nach Österreich und die Schweiz zu geben. Gemeinsam wollen wir diskutieren, in welchen gesellschaftlichen Kontexten diese Taten möglich werden und wie Gesellschaft und Justiz – am Beispiel Deutschlands – damit umgehen.

Alexander Hoffmann – Rechtsanwalt aus Kiel – Nebenklage NSU, Ballstädt und Freital

Kristin Pietrzyk – Rechtsanwältin aus Jena – Nebenklage Ballstädt und Freital

WANN: 19:00  3. März 2017

WO: Depot,  Breite Gasse 3  1070 Wien

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2 Kommentare bis jetzt.

  1. Retzi Ritzi sagt:

    Kostenpunkt? Zahlt man Eintritt o.Ä.?

  2. Retzi Ritzi sagt:

    Ich weiß nicht, warum man die Antwort hier nicht sehen kann, ich kopiere sie aber mal eben hierher:
    „Nein. Eintritt frei.

    MfG
    Albert Steinhauser“

    Danke!

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