1. Merkel und Co verwechseln deutsche und europäische Interessen. Ihre irrationale Vorgangsweise der absoluten Härte gegenüber Griechenland ist nicht wirtschaftlicher Vernunft, sondern der deutschen Innenpolitik und dem deutschen Boulevard geschuldet. Das ist schlecht für Europa.
  2. Deutschland dominiert in einer unerträglichen Form die europäische Entscheidungsfindung. Es wird nicht mehr unter Partnern auf Augenhöhe verhandelt. Damit wird die Grundidee der Union verletzt und europäische Gesamtinteressen durch deutsche Einzelinteressen ersetzt. Das ist schlecht für Europa.
  3. Die ökonomische Dominanz Deutschlands führt zur Schwäche vieler anderen europäischer Länder. Dieses Ungleichgewicht ist ein Mitgrund für Europas anhaltende Wirtschaftskrise. Deutschland will aber an den ökonomischen Ungleichgewichten nichts ändern. Das ist schlecht für Europa.
  4. Merkel und Co haben – zwar nicht alleine – die neoliberale Wirtschaftsdoktrin zur europäischen Staatsreligion erklärt. Unabhängig davon, ob die Programme funktionieren und Akzeptanz haben, werden alle damit wirtschaftspolitisch zwangsevangelisiert. Das nennt man dann „marktkonforme Demokratie“. Das ist schlecht für Europa.
  5. Die Idee der Europäischen Union bestand in der Integration Deutschlands in Europa. Merkel und Co wollen aber Europa den deutschen Interessen unterordnen. Die bewusste Zurücknahme Deutschlands als Lehre aus der Geschichte wurde ad acta gelegt. Das ist schlecht für Europa.

Griechenland mag Reformen brauchen. Die EU auch. Die politischen und wirtschaftlichen Ungleichgewichte gehören beseitigt, sonst wird Europa zum Dauerkrisenschauplatz. Das kann für Deutschland schmerzvolle Einschnitte bedeuten. Daran führt aber kein Weg vorbei. Ein Sachzwang eben.

Ein Kommentar bis jetzt.

  1. Hallo Herr Steinhauser,

    mit Ihrer Meinung stehen Sie leider nicht alleine da. Aber statt sich auf schiere Tiraden in selbstauferlegten 140 Zeichen zu begrenzen, gestehen Sie dem Leser immerhin einen wenn auch knappen Einblick in Ihre Gedankenwelt zu.

    Auch in Deutschland denken Grüne so oder ähnlich über das Ergebnis der letzten Nacht. Man kann so etwas Infames auch von deutschen Grünen mit und ohne Sitz im Europaparlament lesen. Persönlich reicht mir das Maß an Rechthaberei und Miesmacherei jetzt für alle Zeiten! Ich mag mich gar nicht mehr daran erinnern, dass ich mal grün gewählt habe.

    Nicht die Griechen, die Deutschen stehen am Pranger einer Internet-Öffentlichkeit, die nicht bereit ist, auch nur eine Gemeinheit, ein Klischee, eine Obszönität auszulassen. Und Sie tragen Ihren Teil hier bei.

    Sie sagen, Deutschland wolle seine Interessen über die europäischen stellen. Sie bringen ins Spiel, dass Deutschland im Windschatten der Finanz- und Schuldenkrise wirtschaftlich profitiert hätte.

    Sie erwähnen aber nicht, dass Teile der deutschen Bevölkerung unter den Folgen der Dumpinglohnpolitik (Agenda 2010), die ihre deutschen Kollegen mit zu verantworten haben, nicht gewonnen, sondern verloren haben.

    Es gibt noch weitere sogenannte Reformen, die im Land gewirkt haben. Alles auch ein Mitverdienst Ihrer deutschen Parteifreunde. Werfen Sie einen Blick auf die Reallohnentwicklung. Es gibt 3 Mio. Hartz IV-Empfänger in unserem Land. Die Arbeitslosenquote ist –nominal betrachtet- gut. Aber viele Menschen in Deutschland haben im Zuge dieser Reformen, einen Preis bezahlt. Ich will das nicht mit der Lage der Menschen in Griechenland vergleichen. Das geht nicht. Aber so toll läuft es in Deutschland nicht wie Sie behaupten. Es gibt zahllose Probleme, die wir vor allem aus finanziellen Gründen nicht gelöst bekommen. Ich behaupte, dass Sie in Österreich wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht noch besser dran sind als wir in Deutschland.

    Ihre Vorhaltungen sind einfach unwürdig! Sie, wie Ihre Kollegen von den deutschen Grünen und der Linken, sollten, wie ich finde, zumindest in Betracht ziehen, dass mit Deutschland und Griechenland weitere 17 Finanzminister und Staats- und Regierungschefs an den getroffenen Vereinbarungen beteiligt waren. Alleine unter diesem Aspekt empfinde ich Ihren Beitrag schrecklich einseitig und verletzend.

    So geht Europa auch nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Horst Schulte

Einen Kommentar schreiben: