1. Der Islam und politischer Islamismus sind nicht das gleiche. Wer Gleichsetzung betreibt, fördert ein Klima in dem Unbeteiligte auf Grund ihres (vielleicht sogar nur vermeintlichen) Religionsbekenntnisses zu Betroffenen von Gewalt, Hass und Ausgrenzung werden können.
  2. Der politische Islamismus ist eine totalitäre und reaktionäre politische Idee, der – wie dem Rechtsextremismus – durch die Zivilgesellschaft massiv entgegengetreten werden muss. Das darf nicht der Rechten überlassen werden, die keinerlei politische Legitimation dafür besitzt. Islamisten und (rechtsextreme) Patrioten sind sich nicht unähnlich und brauchen sich, weil sie ihr politisches Geschäft mit der Spaltung der Gesellschaft betreiben.
  3. Rechtsextremismus ist keine Antwort auf islamistischen Fundamentalismus. Bewegungen wie Pegida oder FPÖ sind nicht die Antwort, sondern Teil des Problems. Wer den sogenannten „islamkritischen“ Bewegungen indirekt Recht gibt, indem erklärt wird, sie würden jetzt Rückenwind bekommen, wertet sie auf und macht sie zum scheinbar legitimen Sprachrohr. Dazu kommt, dass die Liberalität und künstlerische Provokation, für die „Charlie Hebdo“ eigentlich steht von der Rechten größten Teils immer bekämpft und abgelehnt wurde.
  4. Wenn sich jetzt alle einig sind, dass unsere Freiheit angegriffen wurde, dann sollte sie in Folge auch nicht mit dem Ausbau des Überwachungsstaats eingeschränkt werden. Die österreichische Politik kennend, ist es nur eine Frage der Zeit, bis erste „SicherheitspolitikerInnen“ beispielsweise die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung fordern. Um die Debatte zu versachlichen, darf in Erinnerung gerufen werden, dass es die in Frankreich derzeit gibt und die Anschläge auch nicht verhindern konnte.
  5. Die Morde waren ein Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Dieses selbstverständliche Bekenntnis zur Liberalität steht bei manchen aber auf tönernen Beinen. Das was allerorts jetzt wortreich verteidigt wird, würde in Österreich unter dem Strafparagraphen „Herabwürdigung religiöser Lehren“ zumindest teilweise vor dem Strafgericht landen.

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