Hätte dieser Mord verhindert werden können?

Letzte Woche ist es zu einer schrecklichen Bluttat in der Steiermark gekommen. Ein Mann hat den Vater seiner Ex-Freundin erschossen. Die Waffe hat er legal besessen. Alleine dieser Umstand sollte nachdenklich machen. Dazu kommt aber, dass der Täter bereits erstinstanzlich noch nicht rechtskräftig wegen sexueller Nötigung verurteilt war. Wenn sich die Behörden jetzt damit rechtfertigen, sie hätten die Waffe erst nach Rechtskraft des Urteils abnehmen können, ist das falsch. Ein Waffenverbot hätte längst verhängt werden können und müssen. Für eine Verhängung eines Waffenverbots braucht es nämlich keine rechtskräftige Verurteilung. Es genügen Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, dass Leben, Gesundheit oder fremdes Eigentum gefährdet sein könnten. Im vorliegenden Fall müsste diese Annahme vermutlich spätestens im Rahmen der Ermittlungen gegen den späteren Täter gegeben sein. Ich werde parlamentarisch nachfragen, warum von den Behörden hier nicht reagiert wurde. Wenn in Österreich ohnedies schon ein zu liberales Waffenrecht gilt, sollten zumindest die vorhandenen Möglichkeiten zum Schutz potentieller Opfer verantwortungsbewusst ausgeschöpft werden.

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