Vilimsky und was die FPÖ für herzeigbar hält

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat also FPÖ-Rassisten Mölzer als blauen EU-Spitzenkandidaten abgelöst. Damit zeigt sich, was die FPÖ für herzeigbar hält. Neben seinen ausländerfeindlichen Tiraden, versucht sich Vilimsky auch immer wieder mit verklausulierten antisemitischen Anspielungen. Beim Neujahrstreffen der FPÖ 2011 machte er „Zocker von der Ostküste“ für die globale Krise verantwortlich. „Ostküste“ ist in diesen einschlägigen Kreisen das Synonym für Juden. Israel wird in Aussendungen im Konflikt mit den Palästinensern einseitig die Rolle des schuldigen Aggressors zugeschrieben, indem Vilimsky von einem „Vernichtungfeldzug (sic!) der Israeli gegen die Palästinenser“ spricht. Auch den damaligen IKG-Präsidenten Muzicant nimmt Vilimsky direkt ins Visier und meint, dass „„diskussionswürdige Genehmigungsvorgänge der SPÖ-Gemeinde Wien hinsichtlich diverser Muzicant-Bauprojekte“ eine Gegenleistung für Muzicants Kritik an der FPÖ wären.

Der Fundus an dummen und gehässigen Aussagen Vilimskys ist unerschöpflich. Antisemitische Anspielungen haben aber beim angestrebten FPÖ-Parteienbündnis der extremen Rechten eine gewisse Sprengkraft. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders zögert noch ob er sich beteiligen soll, da er sich deutlich vom Antisemitismus abgrenzt und im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern klar auf Seiten Israels steht. Auch bei der Front National versucht man, um ProtestwählerInnen nicht zu verschrecken, im Ton jetzt etwas moderater aufzutreten. Marine Le Pen soll übrigens deshalb auf FPÖ-Obmann Strache Druck ausgeübt haben, Mölzer von der KandidatInnenliste zu streichen, weil seine NS-Verharmlosung ihre diesbezüglichen Strategien kreuzt.

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