Nach dem Fernsehduell Glawischnig versus Strache

Gestern ists zum ersten Fernsehduell mit grüner Beteiligung gekommen und das gleich mit dem Erzrivalen FPÖ. Ich gebe zu, dass ich als Grüner Abgeordneter natürlich eine grüne Brille auf habe. Das heißt aber nicht, dass man das Gefühl dafür verliert, ob etwas gut oder schlecht gelaufen ist.

Eva Glawschnig hat gestern HC Strache aus meiner Sicht schwer zugesetzt. Bei der FPÖ weiß man bekanntlich nicht wo man anfangen soll. Bei der Korruption oder ihren rechtsextremen Untrieben? Glawischnig hat Strache einen FP-Korruptionfall nach dem anderen vorgehalten. Darauf hatte Strache kein Rezept. Immerhin war es er, der mit einem strategisch schweren Fehler die korruptionslastigen Kärntner Freiheitlichen zurückgeholt hat. Strache hat nach dem überfallsartigen Beginn ungefähr 15 Minuten gebraucht um wieder halbwegs in die Diskussion zurückzufinden. Nach dem TV-Duell soll er dann 20 Minuten verschollen gewesen sein, bis er dann doch wortkarg am Buffet des Fernsehstudios aufgetaucht ist.

Die Niederlage sitzt bei Strache sicher tief. Damit hat er weder gerechnet, noch passt das in das Konzept einer populistischen Führerfigur. Die sind zum Siegen verdammt, sonst ist der Lack ab. Strache passiert das gerade. Seine Masche hat sich abgenützt. Im Unterschied von Haider, gelingt es ihm nicht, sich immer wieder neu zu erfinden. Abschreiben darf man die FPÖ aber noch nicht, wenn sie auch deutlich an Zugkraft verloren hat.

Bei uns Grünen ist die Stimmung und Motivation derzeit exzellent. Noch nie sind wir mit einem deartigen Rückenwind in einen Wahlkampf gestartet. Aber Vorsicht der Wahlkampf ist lang. Noch haben wir nichts gewonnen.

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