Die Doppelstrategie der ÖVP gegenüber den Grünen

Die ÖVP fährt gegenüber den Grünen eine amüsante Doppelstrategie. Während am flachen und hügeligen Land mit diversen Fibeln der Weltuntergang bei rot-grün gefürchtet wird, fantasieren die Schwarzen in den Qualitätsmedien einen „Flirt“ mit uns Grünen herbei. Beides ist Unsinn und hat taktischen Hintergrund.

Am Land sollen die Angstparolen vor rot-grün wahlmüde Schwarze mobilisieren. Ob potentielle ÖVP-WählerInnen geistig wirklich so flach gebettet sind, wie von der ÖVP-Zentrale vermutet, darf ernsthaft bezweifelt werden. Der herbeigesehnte Flirt mit den Grünen hat andere Gründe. Er soll davon ablenken, dass die ÖVP schwarz-blau weder ausgeschlossen, noch die FPÖ im Wahlkampf ins Visier genommen hat. Auf eine FPÖ-Fibel der ÖVP muss man interessanter Weise immer noch vergeblich warten. Ansonsten gilt offensichtlich bei den Schwarzen: Grün kommt derzeit gut an – mit dieser Stimmung wird man sich doch schmücken dürfen. So wirkt man ein Stück moderner und zukunftorientierter, obwohl das übliche gesellschaftspolitische Rückzugsgefecht geführt wird.

Real ist die Distanz zur ÖVP groß. Eine Partei die Zukunft plakatiert, aber fast in jedem Thema Vergangenheit bietet, ist weit weg von unseren Zielvorstellungen. Emotional ist im Parlament spürbar, dass sie der FPÖ inhaltlich deutlich näher steht als den Grünen. Der ÖVP täte aber ohnedies nach fast 30 Jahren Regierungsbeteiligung eine Oppositionspause gut.

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