Die Tirol-Wahl aus meiner Sicht

Die Tirol-Wahl ist doch etwas anders ausgegangen als ich es mir erwartet habe. Der ÖVP ist der totale Absturz erspart geblieben. Obwohl man das historisch schlechteste Wahlergebnis im einstigen (!) Kernland eingefahren hat und vor fünf Jahren bei einem ähnlichen Ergebnis das große Köpferollen eingesetzt hat, jubeln die Schwarzen jetzt. Offensichtlich ist man bescheiden geworden und froh, wenn man von den WählerInnen nicht mit dem nassen Fetzen verjagt wird. Der Grüne Zugewinn ist erfreulich. Ich muss aber zugeben, dass ich mir sogar noch eine Spur mehr erhofft habe. Wir dürfen dennoch zufrieden sein, da sich der positive Trend und damit der Rückenwind für die Nationalratswahlen fortgesetzt hat. Absoluter Verlierer der Wahlen ist die FPÖ. Wer in Zeiten der allgemeinen Unzufriedenheit als selbsternannte Protestpartei die dritte Niederlage hintereinander und das bei schon bescheidener Ausgangsposition einfährt, befindet sich in einer Krise. Das schwache Abschneiden von Stronach zeigt, dass nicht alleine dieser der Grund für den blauen Schwächezustand sein kann. Die FPÖ ist ratlos und selbst Straches Erklärungen „von Stabilisierungsphase“ klingen schon ganz nach dem Erklärungsmuster, der von ihm so oft gescholtenen „Altpolitiker“.

Jetzt stellt sich die Frage, ob die Grünen in Tirol in die Regierung sollen? Natürlich kann man die Lage nicht aus Wien beurteilen und Tipps geben. Ich bin aber grundsätzlich kein besonderer Freund von schwarz-grünen Regierungskoalitionen. Dazu kommt, dass Platter und die Tiroler ÖVP alles andere als liberal sind. Gerade in der Umweltpolitik und der rücksichtlosen Ausbeutung der Natur im Interesse des Tourismus darf es keine weichen Kompromisse geben. Wenn man ernsthaft zu Verhandlungen von der ÖVP eingeladen wird, muss man gerade in der Umweltpolitik eine 180 Grad Kehrtwende der ÖVP einfordern.

 

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