Rassismus gegen Roma und Sinti entgegentreten!

News.at hat in einem Bericht aufgedeckt, dass im Seniorenkalender der ÖVP über den „Neffentrick“ berichtet und diese Betrugsform explizit der Volksgruppe der „Roma und Sinti“ zugeschrieben wird. Es heißt dann wörtlich „diese Volksgruppe handelt sehr skrupellos und beutet ihre Opfer oft bis zur wirtschaftlichen Vernichtung ihrer Existenz aus.“ Das ist rassistisch, diskriminierend und gefährlich. Der Seniorenbund der ÖVP hat sich entschuldigt und darauf verwiesen, dass der Text von der Polizei verfasst wurde. Ein Skandal. Ich werde Ministerin Mikl-Leitner parlamentarisch nach ihrer Meinung und wer die Verantwortung trägt, fragen.

Es besteht massive Gefahr, dass Roma und Sinti wieder verstärkt zu einem rassistisch motivierten Feindbild werden. Es wird geschätzt, dass 90% der 11 000 während der Nazizeit in Österreich lebenden Roma und Sinti ermordet worden sind. Man geht davon aus, dass bis zu einer halben Million Roma und Sinti Opfer des systematischen Völkermords der Nazis geworden sind. Tatsache ist, dass Roma und Sinti europaweit auch heute oftmals an den Rand der Gesellschaft gedrängt und diskriminiert werden.

Frankreich hat 2010 Roma und Sinti europarechtswidrig nach Bulgarien und Rumänien abgeschoben. Unter Berlusconi wurden in Italien Roma und Sinti bewusst zur politischen Zielscheibe, was zu gewaltsamen Übergriffen geführt hat. In Ungarn marschieren rechtsextreme Milizen durch Roma-Dörfer mit den Ziel Angst und Schrecken zu verbreiten. Durch die Diskriminierung in Osteuropa leben viele Roma und Sinti ohne Bildung und Chance auf Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Auch in Österreich wird mancherorts die Debatte über Bettelverbote mit einer Vehemenz geführt, die den Verdacht nährt, dass es oftmals um Vorurteile und Ablehnung von osteuropäischen Roma und Sinti geht. Der oben zitierte Polizei-Artikel über den Neffentrick bestätigt das. Während es sich in Österreich mittlerweilen herumgesprochen hat, dass Antisemitismus kein Kavaliersdelikt ist, gibt es keine Sensibilität beim Antiziganismus. Das muss Anlass zur Sorge sein.

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2 Kommentare bis jetzt.

  1. @ Steinhauser sagt:

    Wie konnte es sein, dass ein grenzdebiler Legasteniker einen Studienabschlussbescheid erhalten hat?!

  2. albert steinhauser sagt:

    Danke für das nette E-Mail. Mein Engagement gegen Antiziganismus hat sie offensichtlich wirklich aufgeregt und weil ihnen natürlich – wie sollte es anders sein – Argumente fehlen, versuchen sie beleidigend zu werden. In Wirklichkeit bestätigen sie meine Arbeit. Nochmals Danke.

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