Warum ich gegen eine Wiener Olympia-Bewerbung stimme

Bei der Wiener Volksbefragung (7. bis 9.März) soll auch über eine Bewerbung Wiens für olympische Sommerspiele abgestimmt werden. Ich werde dagegen stimmen. Jeder Cent, der für Machbarkeitsstudien oder Bewerbungunterlagen ausgegeben wird, wäre überall anders besser investiert. Warum? Weil Wien ohnedies den Zuschlag nicht erhalten wird. Die Vergabe der olympischen Sommerspiele folgt ökonomischen Interessen. Rio, London, Peking oder Atalanta waren Metropolen mit dahinterliegenden Märkten, die erschlossen oder bedient werden sollten. Österreich kann das nicht bieten. Eine Olympiabewerbung wäre eine Entscheidsung für unnötige Bewerbungskosten, die keinen Nutzen bringen.

Unabhängig davon, kann ich Sommerspielen in Wien auch sonst nichts abgewinnen. Nicht weil ich grundsätzlich gegen Sportveranstaltungen wäre. Nein, ich war Befürworter der Fußball-EM 2008 in Österreich. Es ist aber schlicht wirtschaftlich und ökologisch nicht sinnvoll Großereignisse, wie olympische Spiele, an einem einzigen Standort zu konzentrieren. Erbe der Spiele sind in der Regel ungenützte Sportstätten – gerade in Wien gibt es überhaupt keine Veranstaltungstradition in den klassischen olympischen Sportarten – die den SteuerzahlerInnen schwer auf der Tasche liegen.

Hinsichtlich der Kosten besteht bei derartigen Ereignissen ohnedies eine Naturgesetzmäßigkeit zur Ausgabenexplosion. In London 2012 waren ursprünglich rund 2,5 Milliarden Pfund budgetiert. Die realen Kosten haben dann aber über 10 MilliardenPfund betragen. Während die SteuerzahlerInnen die Milliardenausgaben tragen, werden die Gewinne primär von Privaten, allen voran dem Olympischen Komitee eingestreift.

Ein Kostentreiber bei den Spielen in London waren übrigens die sogenannten „Sicherheitskosten“. Aufrüstung von Militär und Polizei, Ausgaben für private Sicherheitsdienste und die massive Verschärfung der Sicherheitsgesetzgebung sind die logische Folge von solchen Großereignissen. Diese Aushöhlung der BürgerInnenrechte und gestiegene Lebenshaltungskosten bleiben der Bevölkerung, wenn AthletInnen, Medien und Sponsoren weitergezogen sind.

Meine Empfehlung ist daher klar: Geht zur Volksbefragung und stimmt gegen olympische Sommerspiele, bevor sie uns nur einen Cent gekostet haben!

2 Kommentare bis jetzt.

  1. roman sagt:

    hoffe auch dass die nicht kommen. buergerrechte und kosten sprechen sicher dagegen aber schon allein wegen der grassierenden korruption in zusammenhang mit vielen dieser veranstaltungen sollten wir das besser bleiben lassen.

  2. roman sagt:

    frage 1 der volksbefragung ist im uebrigen ein schlechter scherz.

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