Im April letzten Jahres haben die Wiener Grünen eine Preissenkung der Jahreskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel auf 365 Euro durchgesetzt. Das hat einen wahren „Öffi-Boom“ in Wien ausgelöst. Die Zahl der JahreskartenbesitzerInnen hat sich um 43% (!) gesteigert. Noch beeindruckender lesen sich die absoluten Zahlen: aus 243 000 JahreskartenbesitzerInnen sind 350 000 geworden. Rechnet man die PensionistInnen dazu, sind bereits fast 500 000 Menschen in Wien mit einer Jahreskarte unterwegs.

Unser Ziel, dass mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, ist damit erreicht. Umweltbewußtes Verhalten wurde mit einer Verbilligung belohnt, was gleichzeitig als Anreiz zum Umstieg honoriert wurde. Als positiven Nebeneffekt des Booms sind die Einnahmenausfälle aus der Verbilligung deutlich niedriger als angenommen.

Auch andere österreichische Städte, wie Linz überlegen dem Wiener Beispiel zu folgen. Maria Vassilakou, David Ellensohn und Martin Margulies haben vorgezeigt, wie eine moderne städtische Verkehrspolitik Anreize setzen kann. Schon die Verhandlungen haben sich schwierig gestaltet. Wir waren aber immer überzeugt, dass die Senkung sinnvoll ist, wenn ich auch zugeben muss, dass wir nicht mit einem Erfolg dieses Ausmaßes gerechnet haben. Jetzt gilt es auch in die Qualität des öffentlichen Verkehrs zu investieren, damit die neuen KundInnen gehalten werden können.

3 Kommentare bis jetzt.

  1. FBMri sagt:

    Hallo,

    welchen Preis musste man denn vor- und nach der Senkung zahlen?

    Viele Grüße
    FBM

  2. asteinhauser sagt:

    Con ca. 450 auf 365 Euro.

  3. Martin sagt:

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Bürgerliche dagegen gewettert haben. Es sei reine Klientelpolitik und bringe umweltpolitisch gar nichts.

    Die Fakten widerlegen es.

    Das beste ist, man überhört es einfach, was die Bürgerlichen sagen.

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