Am Dienstag wird in den USA entschieden ob Barack Obama Präsident bleibt oder vom Mitt Romney abgelöst wird. Abseits der Öffentlichkeit bewerben sich aber weitere KandidatInnen: Gary Johnson von der Libertären Partei, Virgil Goode von der Konstitutionspartei, Rocky Anderson von der Gerechtigkeitspartei und Jill Stein, die Kandidatin der US-Grünen.

Natürlich sind sie alle chancenlos. Bei der Grünen Jill Stein ist es jedenfalls ein Erfolg, dass sie die Hürden genommen hat, um bei 85% aller US-Wahlberechtigten am Wahlzettel zu stehen. Die US-Grünen stellen 136 Abgeordnete vor allem auf kommunaler Ebene und sind in 44 Bundesstaaten aktiv.

Die Ausgangsbasis ist traditionell schwierig. Neben der Benachteiligung durch das Mehrheitswahlrecht bei den Wahlmännern („The winner takes ist all“) weigern sich die US-Grünen durchaus redlich Spenden von Unternehmen zu lukrieren. Ohne Geld und medial auf die zwei aussichtsreichen Kandidaten zugespitzt, bleibt als einziger Eyecatcher die Verhaftung Steins am Rande des Debattenduells von Obama und Romney wegen ihres Protests gegen ihre mediale Ausblendung.

Inhaltlich vertreten Stein und die US-Grünen Positionen wie westeuropäische Grüne. Stein will das Militär massiv verkleinern, ist für ein Klimaschutzabkommen und gegen Erdölbohrungen auf offener See, will die Macht der Banken begrenzen und jene der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft stärken. Das nordamerikanische Freihandelsabkommen würde sie kündigen und gleichzeitig Einwandern erleichtern. Auch den Drohnenkrieg und den Überwachungsstaat kritisiert sie massiv. Selbst vor Solidaritätsbekundungen mit Bradley Manning oder Julian Assange schreckt Stein nicht zurück. Armut und die teure Bildung sind ebenfalls Thema.

Laut Umfragen liegt Jill Stein bei ein bis zwei Prozent. Ich wünsche ihr viel Erfolg und Obama die Präsidentschaft.

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Ein Kommentar bis jetzt.

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