Stronach-Partei: Danke Frank!

Frank Stronach will also eine Partei gründen. Soll er. Als Fußballfan bin ich zu aller erst froh, dass er dort seine Aktivitäten eingestellt hat. Österreich müsste nach seinen Aussagen schon Weltmeister sein. Tatsache ist, dass er meinen Lieblingsverein Austria Wien fast zu Grunde gerichtet hat. Stronachs Prinzipien im Fußball waren klar: Wer zahlt schafft an. Deshalb haben sich damals Ja-Sager und Abkassierer um ihn versammelt. In der Politik wird es nicht anders sein. Aber ist Stronach nicht auch der erfolgreiche Unternehmer? Außer Zweifel steht, dass er offensichtlich über „unternehmerisches“ Geschick verfügt, große Teile seiner Erfolgsstory aber legendenhaft manches ausblenden. Tatsache ist, dass er vom Staat mehrfach in wirtschaftlicher Misere gerettet wurde und immer wieder öffentliche Subventionen dankend angenommen hat.

Stronachs inhaltliche Ideen sind krude, sein Auftreten schrill und sein Netzwerke – Vranitzky (SPÖ), Grasser (FPÖ/ÖVP), Westenthaler (FPÖ/BZÖ), Klasnic (ÖVP), Andreas Rudas (SPÖ), Reichold (FPÖ)… standen in seinem Sold – typisch fragwürdig. Die Stronach-Partei ist auch nichts Neues. Programmatisch wird sie eine Mischung aus ÖVP, BZÖ und FPÖ mit einem Schuss sozialdemokratischer Arbeiterrethorik für den kleinen Mann. Dennoch freue ich mich über diese Parteigründung.  Nachdem die Stronach-Partei ein inhaltliches und personelles Sammelsurium der konventionellen Parteien in Österreich ist, wird sie nicht mehr Schaden anrichten, als diese Parteien nicht schon bisher angerichtet haben. Jetzt warten halt ehemalige rote, schwarze, blaue und orange PolitikerInnen künftig gemeinsam auf die Direktiven eines Milliardärs. Das soll und wird nicht die Zukunft Österreichs sein. Aber sie konkurrenziert die FPÖ. Die FPÖ verliert damit das Monopol auf den rechten Wutbürgerprotest in Österreich. Die österreichische Innenpolitik wird damit zwar nicht besser, aber eine schwarz-blaue Mehrheit unrealistisch. Das ist gut. Danke Frank.

4 Kommentare bis jetzt.

  1. martin sagt:

    naja…

    Meiner Meinung nach ist es relativ gleichgültig, ob sich die Sumpfparteien auf 3 oder künftig auf 4 aufspalten – dadurch werden es nicht weniger und nicht mehr Abgeordnete zum Nationalrat (so lange die Wählerstimmen ausschließlich zwischen diesen Fraktionen hin- und herwandern). In diesem Sinne lässt mich die Parteigründung relativ kalt.
    Der Sumpf wird einfach nur mehr Redezeit erhalten – das ist der einzige Effekt und der ist negativ. Denn so führt es nun doch wieder zu einer Präsenz- und damit möglicherweise Stimmenstärkung bei der darauf folgenden Wahl.

  2. Roman sagt:

    Ich wuensche mir schon lange eine Partei die das Themenspektrum von blau/orange weitgehend abdeckt, aber ohne den braunen Bodensatz auskommt.
    Wenn die Stronachpartei das leistet und sich halten kann, waere das sehr erfreulich.

  3. Pia sagt:

    Die Frage für mich ist, ob das Spektrum für die Rechten-Konservativen nicht insgesamt wächst. Bei der BZÖ-Gründung war zuerst auch die Vermutung da, dass das der FPÖ massiv schaden wird. Was ist geschehen? Jetzt haben wir zwei solche Parteien im Parlament und zumindest bei der letzten Wahl ist deren Anteil am Kuchen gewachsen! Ich hoffe sehr, dass das mit der Stronach-Partei nicht passiert – aber möglich wäre es.

  4. klaus bernhard sagt:

    Was Du über Stronach sagst mag ja wahr und richtig sein. Fakt ist aber auch: Die zahlreichen prominenten Namen die Du aufgezählt hast und die alle im Dienst Stronachs standen,waren vorher Politiker die das Schicksal unseres Landes bestimmten. Das zeigt aber auch, daß diese Leute schon zum Vergessen waren und nur ihrer Karriere dienten. Stronach dafür die Schuld zu geben greift einfach zu kurz.

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