In Wien werden die Gebühren für das Kurzparken angehoben. Niemand nimmt gerne jemanden etwas weg. Eine Steigerung der Gebühr für Kurzparkscheine um 40% ist hart, aber richtig. Innerhalb der Kurzparkzonen ist fast  jeder Quadratmeter optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Wer das Auto verwendet, leistet sich in der Regel einen Luxus, der etwas kosten darf. Jene, die nicht auf das Auto verzichten können – beispielsweise wegen einer Behinderung – sind ohnedies ausgenommen. Mit der Verbbilligung der Jahreskarte haben die Grünen darüber hinaus einen weiteren Anreiz zum Umstieg auf den umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr gesetzt.

Der Effekt dieser Maßnahme ist dreifach gut. Es wird weniger unnötige Autofahrten geben, was die Feinstaubbelastung, die besonders für Kinder gefährlich ist, reduziert. Es wird mehr Parkplätze für AnrainerInnen geben, die zusätzlich mit einer Verbilligung des Parkpickerls entlastet werden. Die Einnahmen erhöhen den budgetären Spielraum für Kindergärten, Volksschulen und andere wichtige Anliegen der Kommunalpolitik.

Bleibt noch die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit von Gebührenerhöhungen. Gebührenerhöhungen haben prinzipiell eine negative Verteilungswirkung, was aber gerade beim hochsubventionierten Autoverkehr kein Argument ist. Jede Cent, der in das Auto fließt hat ebenfalls eine negative Verteilungswirkung, denn je höher das Einkommen ist, um so eher bzw. mehr PKWs gibt es pro Haushalt.

Die Erhöhung der Kurzparkgebühren ist ein mutiger Reformschritt, wie in den letzten Monaten von der Politik vielfach gefordert. Obwohl Gegenwind zu erwarten ist, hat sich rot-grün etwas getraut, was am ersten Blick nicht populär ist, aber einen mehrfach positiven Effekt hat.

6 Kommentare bis jetzt.

  1. Politicus sagt:

    Gutes Beispiel dafür, dass man sich jeden Blödsinn schönreden kann!

  2. viperman sagt:

    haha – sehr lustig. wenn ich mit meiner Familie einkaufen möchte kostet mich das mit den Öffis das doppelte. und nebenbei noch erwähnenswert ist: wie stellt ihr euch das eigentlich vor wie man mit Kinder einkaufen soll? mit Billasackerl in der U-Bahn und die Mineralkiste um den Hals geschnallt – wie schon von Politicus treffen geschrieben – aber denken ist ja bei uns bekanntlich Luxus – und nicht das Auto wie es beschrieben wurde – und wo bitte ist dann der positive Effekt??? aber unsere Politiker trifft das natürlich nicht – die werden ja eh von Haustür zu Haustür chauffiert. Aber die Blöden die jeden Tag arbeiten müssen, die sollen das in kauf nehmen – na danke – da haben wir uns aber mit den Grünen was eingetreten!!

  3. Albert Steinhauser sagt:

    Ihr Bespiel ist alles andere als überzeugend und zeigt wie wenig haltbare Gegenargumente es zu dieser Maßnahme gibt. Weder habe ich ein Dienstauto noch einen Chauffeur. Ich habe dafür Kinder, sogar ein Auto und erledige meine Einkäufe selbst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in etwa alle 14 Tage ein echter Großeinkauf (Mineralwasser etc.) mit Auto notwendig ist. Alle anderen Einkäufe kann ich im städtischen Bereich mit seiner dichten Nahversorgung zu Fuß erledigen. Wenn sie also diese Großeinkäufe nicht ohnedies in einem Supermart mit Garage erledigen, müssen sie alle zwei Wochen für zwei Stunden einen Parkschein einlegen. Macht eine Verteuerung von 3 Euro 20 im Monat. Selbst, wenn sie wöchentlich einmal das Auto für Einkäufe verwenden, beträgt der Gegenwert der Erhöhung gerade einmal den Preis von zwei Bierkrügeln pro Monat. Das ist fianziell verkraftbar. Wenn sie zum Einkaufen im städtischen Bereich öfters das Auto brauchen, ist das schlicht nicht notwendig. Das soll ihnen nicht verboten sein, darf aber etwas kosten.

  4. viperman sagt:

    das mag bei Ihnen schon stimmen (Hut ab wenn es wirklich so ist) – aber welche Arbeiszeiten haben sie? – ich arbeite von 7 Uhr bis 17 Uhr. und bitte fahren sie mal täglich zur Stosszeit mit den Öffis.Nur als Beispiel: von der Krottenbacherstrasse 125 (Adresse habe ich mal angenommen – kommt aber meine sehr nah) in die Herbstrasse 68 -da benötige ich mit dem Auto gerade mal 15 Minuten. Und öffentlich? das 3fache – und das bitte pro Strecke – somit verbinde ich das Einkaufen mit der Fahrt von der Arbeit.Ich fahre ja nicht zum Spass mit dem Auto – billig ist das ja sowieso nicht. allerdings kommt dann zu der weitaus längeren Fahrzeit auch noch die monatliche Belastung für die Öffis – denn mein Auto kann ich deshalb nicht verkaufen damit ich eine Einsparung habe!! – aber Anscheinend muss ja irgenwer Österreichs Schulden zahlen – also warum nicht mal wieder die arbeitenten Menschen (welche ja sicher genug Steuern zahlen) mit Auto.Und von den vielen Pendler rede ich ja noch gar nicht – wie sollen die das bitte machen. Euch wäre es am liebsten jeder hat ein schönes teures Auto (wegen den monatlichen Steuereinahmen) das natürlich nur in der Garage steht und fahren sollen wir mit den Offis. den fürs Auto zahlen wir natürlich nicht nach KM (was gerechter wäre) sonder pauschaliert. DANKE

  5. Albert Steinhauser sagt:

    Auch mit diesem Beispiel ist in der Debatte nichts zu gewinnen. Selbst, wenn sie täglich Einkäufe – die in einer guten halben Stunde erledigbar sind – am Weg mit dem Auto absolvieren, kommen sie bei einer Steigerung von 40 Cent nur auf zwei Euro Steigerung pro Woche. Macht monatlich den Gegenwert von zwei Krügel Bier mit Trinkgeld.
    Ihr Weg-Besispiel kann ich nicht überprüfen. Nehmen wir an, es ist so, dann dürfte es doch die Ausmahme sein, dass die Öffis zu den Stoßzeiten im Stau stehen, während man mit dem Auto flugs vorankommt. Ich vermute, dass sie in Wirklichkeit etwas anderes stört: Sie dürften im 15. arbeiten. Wird dort das Parkpickerl eingeführt, wird das Parken mit dem Auto teuer. Ich verstehe schon dass es bequemer sein kann mit dem Auto zu fahren. Dafür, dass sie diese Bequemlichkeit in Anspruch nehmen, deshalb die Öffis im Stau stehen, die Gesundheit und Lebensqualität anderer leidet, sollen sie einen finanziellen Beitrag leisten. Würden das nämlich alle machen, wäre die Stadt eine einzige Verkehrshölle und das ist jenen gegenüber gerecht, die sich umweltfreundich fortbewegen. Würden übrigens mehr WienerInnen ihr Auto (wegen dem Parkpickerl)stehen lassen, würde sich ihr Anfahrtsweg mit den Öffis deutlich verkürzen.

  6. viperman sagt:

    Ich glaube wir reden da aneinander vorbei! mir sind die Erhöhungen der Parkscheine wirklich egal. Um was es hier geht ist die Einschrenkung der Mobilität im Ganzen.Ein Arbeitskollege zb. kommt vom Burgenland – der kann gar nicht öffenlich zur Arbeit kommen.und wenn er am Stadtrand einen Parkplatz suchen muss – oder gar eine überteuerte Garage nehmnen muss sind das insgesamt schon ein paar Euro mehr als sie das so veranschlagen. monatlicht Autobelastung sagen wir mal 150 Euro – so und jetzt würde noch die Öffiskarte dazu kommen 45 Euro und dann noch die Parkgarage 100 Euro- somit kostet ihm der LUXUS Arbeit dann pro Monat um fast 150 Euro mehr.Das kann ja wohl nicht sein. und wenn wir schon über umweltfreundlichkeit reden – vielleicht wäre mal eine Finanzielle Unterstützug derjenigen welche auf elektroautos umsteigen würden zu bewerkstelligen – die Banken z:B bekommen Milliarden von uns Steuerzahler – lernen nix daraus zahlen fette Boni aus und bei dem kleinen steuerzahler gibt es nix!!

Einen Kommentar schreiben: