Öffi-Tarife gesenkt! Arme Opposition in Wien.

Die Öffis in Wien werden billiger. Es war ein zähes Verhandeln. SPÖ und Wiener Linien wollten die Öffi-Preise am Anfang erhöhen. Für uns Grüne war das eine politische Glaubwürdigkeitsfrage.

Aber wir haben uns durchgesetzt. Jene die das Auto regelmässig stehen lassen, werden belohnt. Die Jahreskarte kostet jetzt mit 365 Euro weniger als vor 10 Jahren! Damals musste man 5 300.- Schilling (ca. 385.- Euro) bezahlen. Ich muss zugeben, dass ich mir nicht immer sicher war, ob wir es schaffen uns in dieser Frage durchzusetzen. Unseren VerhandlerInnen in Wien haben da wirklich ganze Arbeit geleistet. Respekt.

Die Reaktion der Wiener Opposition FPÖ und ÖVP amüsiert. Da wird mit aller Vehemenz versucht in einer Entlastung der BürgerInnen etwas schlechtes zu finden. Am lustigsten finde ich die VP-Seniorensprecherin Korosec. Sie künigt Widerstand an. Was stört sie? Immerhin wurden die Preise des Seniorentickets nicht erhöht. Korosec kritisiert ernsthaft, dass die Ermässigung durch die Verbilligung der Jahreskarte für SeniorInnen relativ nicht mehr 50%, sondern nur mehr 40% betragen würde. Absurd – es geht aber noch besser. Korosec kritisiert als Vertreterin jener Partei, die ständig das Pensionsalter erhöhen will, dass die Altersgrenze langsam in den nächsten 10 Jahren auf 65 Jahre angehoben werden soll. Da darf sich niemand mehr über den Zustand der Wiener ÖVP wundern.

Neben den Schuhen steht auch die Wiener FPÖ. Dort hat man offensichtlich nicht damit gerechnet, das sich die Grünen durchsetzen werden. Während überall über die Tarifsenkung geschrieben wird, inseriert die FPÖ heute „vom rot-grünen Preiswucher und fordert Millionäre und Banken statt der breiten Masse zur Kasse“. Diese Einschätzung geht skuril am Verhandlungsergebnis vorbei und ist geradezu WählerInnentäuschung, wenn man bedenkt, dass die Blauen gegen Vermögenssteuern sind.

Arme Opposition im Wiener Rathaus.

11 Kommentare bis jetzt.

  1. Erich Reder sagt:

    Ihr Zitat:
    Für uns Grüne war das eine politische Glaubwürdigkeitsfrage.
    Zitatende:

    Diese ist ohnehin schon beim Teufel. Hatte Vassilakou nicht die 100 Euro/Jahresfahr- karte versprochen?

    Mit den Wiener Grünen ist genau das geschehen, was mit den meisten Parteien geschieht. Kaum werden Sie zum Futtertrog gelassen, vergessen sie jegliche Versprechen.

  2. Albert Steinhauser sagt:

    Da irren sie. Natürlich haben wir 100 Euro vorgeschlagen. Jeder der sich mit Politik beschäftigt weiß, dass niemand 100% in einer Regierung durchbringt. Kompromisse sind alles andere als lustig, hätten wir aber nicht diese Tarifreform durchgesetzt, wäre der öffentliche Verkehr teurer geblieben. Glaubt ernsthaft jemand hätte es gut gefunden, dass Grüne auf 100 Euro beharren um den Preis, dass alles teurer bleibt. Unsere WählerInnen sind intelligenter als die Wiener Opposition, deshalb ist die Glaubwürdigkeit gestärkt.

  3. Thomas Mördinger sagt:

    In Wahrheit war die Jahreskarte vor 10 Jahren noch viel teurer. Die Inflation hat seit damals Daumen mal Pi 20 % betragen. Das heißt 5.300 Schilling damals wären heute mehr als 460 Euro!

  4. Michael sagt:

    wenn auf den wahlplakaten nur vorschläge stehen, warum werden die dann nicht als solches propagiert. auf http://wien.gruene.at/wahl2010/plakate-welle1 ist nichts von einem vorschlag zu lesen. für mich hat da schon gegolten: wenn wir gewählt werden und da was zu sagen haben, dann kostet das jahresticket € 100,00. das regt auf, macht zornig und ist unglaubwürdig.

  5. Albert Steinhauser sagt:

    Sg. Michael!
    Die Grünen haben ihre Wahlforderungen immer ernst gemeint. Von Vorschlägen habe ich nie geschrieben. Kein Kritiker konnte mir bisher erklären, warum wir sturr auf 100 Euro beharren sollen, mit dem Ergebnis, dass die Jahrskarte teuer bleibt. Das wäre gelebte Politikunfähigkeit. Ohne unsere 100 Euro-Forderung und der grünen Regierungsbeteiligung würden die WienerInnen schon längst über 500 Euro für die Jahreskarte zahlen. Wäre ihnen das lieber?
    mfg
    albert steinhauser

  6. Outoftime sagt:

    Ich find’s toll, dass die Jahreskarte und Monatesmarke verbilligt worden sind. Gute Arbeit :))

    Einzig die Altersbegrenzung für Studenten (26 Jahre) habe ich zu bemängeln. Viele Studenten arbeiten nebenbei und da kommt es bei vielen vor, dass sie das Alter überschreiten. Würde mir wünschen, dass dies auch „modifiziert“ wird und etwas angehoben wird. Als Student hat man auch viele andere Kosten, die die meisten selbst tragen müssen.

    Liebe Grüße :))

  7. Erich Reder sagt:

    Sg. Hr. Steinhauser!
    Danke für Ihre erstaunliche Antwort. Diese war sogar einen eigenen Beitrag wert.

    http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=1396:glaubwuerdigkeitsproblem-bei-den-gruenen&catid=1:erstaunliches

    MfG

  8. Albert Steinhauser sagt:

    Sg Herr Reder!
    Ich verteh ja, dass es die rechten Kritiker schwer haben. Da haben sie immer getrommelt die Grünen werden nichts durchsetzen und jetzt sind wir wahrscheinlich die ersten seit einer Ewigkeit, die für die BürgerInnen etwas verbilligt haben. Wer nicht kapiert, dass es keine Lüge ist, wenn man nicht jede Forderung zu 100% durchsetzen kann, der sollte weiter in Wolkenkukuksheim sitzen bleiben. Die Grünen haben für ihre Tarifverbilligung gekämpft und eine deutliche Entlastung durchgesetzt. Darüber dürfen wir uns und die WienerInnen sich zum Ärger der Rechten freuen.

  9. mm sagt:

    Ich denke, die Rechnung ist für Hrn. Reder zu schwer, aber ich rechne trotzdem vor:
    Grüne > 50% –> Jahreskarte 100,-
    Grüne best möglicher Kompromiss
    lg mm

  10. mm sagt:

    Leider hat das posten nicht geklappt, daher nochmals:
    Ich denke, die Rechnung ist für Hrn. Reder zu schwer, aber ich rechne trotzdem vor:
    Grüne über 50% –> Jahreskarte 100,-
    Grüne unter 50% -> best möglicher Kompromiss
    lg mm

  11. […] Und was wir im folgenden zu lesen bekommen, meint Steinhauser völlig ernst. Auf seiner Netzseite gibt er unter anderm von […]

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