98,5 % für rot-grün.

Die Wiener Grünen haben gestern mit überwältigender Mehrheit den Regierungspakt mit der SPÖ angenommen. Viele überrascht das – mich nicht. Als ehemaliger Landessprecher kenne ich die Wiener Grünen gut und habe sie immer als verantwortungsbewußt erlebt. Die Wiener Grünen gelten als besonders kritisch – das stimmt auch  – und ist gut so. Umso schwerer wiegt diese Zustimmung.

Der Ruf der zerstrittenen und uneinigen Stadtökos hat ohnedies nie der Realität entsprochen. Hätte man die „Konflikte“ vor den Wien-Wahlen einer ernsthaften Betrachtung unterzogen, wäre schnell klar geworden, dass es sich dabei um lokale Schwierigkeiten in zwei Bezirken gehandelt hat. Oft wird auch noch die eindeutige Positionierung gegen die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen im Jahr 2003 zitiert. Wer wissen würde, was die Schüssel-ÖVP damals von den Grünen inhaltlich wollte, würde unsere damalige Kritik nachvollziehen können. Nicht vergessen werden darf, dass auch unsere VerhandlerInnen um Van der Bellen die Gespräche mit den Schwarzen abgebrochen haben. Ich war damals als Landessprecher der Wiener Grünen gegen schwarz-grün und bin auch heute davon überzeugt, dass das richtig war.

Mit rot-grün besteht jetzt die Chance auch mittelfristig auf Bundesebene eine Alternative zum rot-schwarzen Stillstand zu haben. Noch geht sich das natürlich nicht aus. Die Koalition in Wien wird aber viele wachstumshemmende, aber besonders hartnäckige und dumme Vorurteile gegenüber den Grünen wiederlegen. Darin liegt die Chance über rot-grün in Wien zu wachsen.

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