Warum die FPÖ nicht von rot-grün profitieren wird

Zeitungskommentatoren und Politikberater analysieren jetzt messerscharf, dass die FPÖ von rot-grün profitieren wird. Halten wir fest: die FPÖ profitiert jetzt von rot-schwarz. Wenn sie auch von rot-grün profitieren würde, will man uns sagen, dass die Blauen immer profitieren (außer sie sind in der Regierung). Das greift doch etwas zu kurz.

Wenn keine Fehler passieren, wird rot-grün die Zugewinne der FPÖ in Wien stoppen. Keine Partei hat so konsequent Politik für abstiegs- und armutsgefährdete Bevölkerungsgruppen gemacht, wie die Grünen. Die haben uns zwar dafür nicht gewählt, aber Grundsicherung und Pakete gegen die Armutsgefährdung sind immer Herzstück grüner Politik gewesen. Die Profiteure dieser grüner Forderungen sind die angesprochenen rot-blaue WechselwählerInnen, die bisher von der SPÖ ignoriert und von Strache politisch missbraucht worden sind.

Bleibt da noch die Migrations- und Integrationspolitik. Wenn die Integrationspolitik gescheitert ist, dann die schwarz-blaue (2000 bis 2007) und die rot-schwarze. Eine grüne Integrationspolitik, die ernsthaft bei Bildung und Ausbildung ansetzt und Ghettobildung vermeidet, wurde bis jetzt noch von niemanden versucht. Da wird sich einiges bewegen. Der Rest, der über Grüne „Ausländerpolitik“ phantasiert wird, bemüht alte Krone-Klischees und Angstparolen der FPÖ. Klar ist, dass Grüne immer konsequent gegen Rassismus in der Politik aufgetreten sind. Daran wird sich nichts ändern. Aber wie sagt der Wiener so schön: „Ich bin ja kein Rassist …“

5 Kommentare bis jetzt.

  1. Sotirios sagt:

    Sg. Herr Steinhauser
    Sie schreiben sich wohl, Rassismus gross auf die Fahne.
    Wie sieht es aber mit dem Rassismus gegen Österreicher aus?
    Meine Tochter (13) wurde schon 4x (so oft meldete sie es mir)auf dem Heimweg vom Gym., von Südosteuropäern als Österreichische Christenschlampe tituliert.
    Dieses wäre meiner Meinung nach, auch Rassismus, den es zu bekämpfen gibt.
    Beim Versuch, dies, bei der Polizei zur Anzeige zu bringen, sagte man uns, dass dies nichts bringe und sie nichts dagegen tun könnten. Wir sollten die Sache auf sich beruhen lassen, da wir sonst vielleicht schlimmeres zu erwarten hätten.
    Wie stehen Sie zu so etwas??
    Oder ist es soweit, dass man die Gesetze in die eigene Hand nehmen muss??
    Ich hoffe, da Sie ja in Bälde in der Wiener Regierung sitzen, dass sich auch in dieser Richtung etwas zum pos. ändert.

  2. markus.1981@gmx.at sagt:

    Sg.Steinhauser

    Bei den nächsten Wahlen wird die SPÖ so auch die Grünen Verluste einstecken müßen.
    Der Grund: Der Wählerwille bzw Auftrag ist nun wieder mal missachtet worden.

    Und wie sagt man so schön.
    Wahltag ist Zahltag

  3. Pinkaföda sagt:

    Türkischer Botschafter kritisiert Integrationspolitik

    Der türkische Botschafter in Wien, Kadri Ecved Tezcan, hat in einem Interview mit der „Presse“ (Mittwoch-Ausgabe) scharfe Kritik an der österreichischen Integrationspolitik sowie an Österreich und seiner Bevölkerung selbst geübt.

    Den Österreichern bescheinigt Tezcan, sich nur im Urlaub für fremde Kulturen zu interessieren. Besonders ins Visier nimmt Tezcan Innenministerin Maria Fekter (ÖVP). „Sie ist in der falschen Partei.“ Er riet zudem internationalen Organisationen indirekt, das Land zu verlassen.
    Ins Ministerium zitiert

    Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) zitierte den Botschafter nach Bekanntwerden von Tezcans Äußerungen ins Außenamt. Der österreichische Botschafter in Ankara werde gleichzeitig um einen Termin im türkischen Ministerium ansuchen und Spindelegger selbst mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu telefonieren, hieß es von einem Sprecher des Außenministeriums.
    Türken werden „in die Ecke gedrängt“

    Der Botschafter macht Österreich für die mangelnde Integration mitverantwortlich: „Wenn Türken in Wien Wohnungen beantragen, werden sie immer in dieselbe Gegend geschickt, gleichzeitig wirft man ihnen vor, Ghettos zu formen. Und österreichische Familien schicken ihre Kinder nicht an Schulen, in denen ethnische Minderheiten die Mehrheit stellen. So werden Türken in die Ecke gedrängt.“

    „Die Türken sind glücklich, sie wollen nichts von euch. Sie wollen nur nicht wie ein Virus behandelt werden“, so der Botschafter.
    Kopftuchverbot: „Ihr habt da nichts zu sagen“

    In Sachen Kopftuch greift Tezcan Österreich ebenfalls an: „Die Leute wollen hier keine Frauen mit Kopftüchern sehen. Ist das denn gegen das Gesetz? Nein, ihr habt da nichts zu sagen. Es steht jedem frei, was er auf dem Kopf trägt. Wenn es hier die Freiheit gibt, nackt zu baden, sollte es auch die Freiheit geben, Kopftücher zu tragen.“ Dass zu wenige türkische Frauen arbeiten gehen, streitet der Diplomat ab, denn: „Hausfrau zu sein ist auch ein Job.“

    Doch auch seine Landsleute nimmt er nicht von Kritik aus. „Ich sage meinen Leuten immer wieder: ‚Lernt Deutsch und haltet die Regeln hier ein.‘“ Tezcan sprach sich auch dafür aus, Lehrer aus der Türkei zu holen, um die Kinder in Türkisch zu unterrichten.

  4. Noyx sagt:

    Die nächste Bundesregierung wird Schwarz-Blau, dass ist seit der Wiener Wahl so gut wie fix.

    In Wien werden sich die Grünen, bis auf einige ‚Kleinbaustellen‘ nirgendwo durchsetzen können und auch da bis zur nächsten Wahl weiter abbauen. Aber vielleicht kann sich dann mal eine neue Führungsspitze durchsetzen … Zeit wird es.

  5. Wenn die Grünen sich nicht über den Tisch ziehen lassen und mit der SPÖ eine wirkliche fortschrittliche Reformpolitik betreiben, ist das das beste Mittel gegen schwarz-blau!

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