Heute starten wir Wiener Grüne in den Wahlkampf. Die Ausgangsposition ist klar. Häupl und Strache liefern sich ein Scheinduell. Strache wird nie Wiener Bürgermeister werden. Das wissen beide, weil aber ein Duell Medien und WählerInnen mobilisiert, wird uns eine Show geliefert. Damit es so richtig kracht, schrecken beide vor nichts zurück. Strache klopft die üblichen dummen und beleidigenden Sprüche – Häupl gibt das Geld der WienerInnen für rot gefärbte Wohlfühlkampagnen der Gemeinde Wien aus.

Die entscheidenden Fragen sind aber andere: Soll Wien von der SPÖ mit absoluter Macht regiert werden? Braucht es ein Korrektiv und wer soll das sein? Die Diskussionen in den letzten Wochen, um nicht gewählte KandidatInnen haben uns Grünen sicher nicht weitergeholfen. Das gibt es aber überall. Die Grünen sind die einzige Partei, wo niemand mit Versorgungsposten ruhig gehalten wird und es für WählerInnen eine erhöhte Transparenz über interne Vorgänge gibt. Das ist offensichtlich ein Nachteil. Eigentlich absurd.

Die Grünen sind deshalb aber nicht weniger wichtig, als noch vor fünf Jahren. Wer sonst zeigt Missstände in der Kinderabteilung am Wiener AKH auf? Wer macht gegen Kinderarmut mobil? Wer stemmt sich mit aller Macht gegen Grünlandverbauungen in den Wiener Naherholungsgebieten? Die SPÖ muss die absolute Macht verlieren – Strache von den WienerInnen eine Abfuhr erhalten. Die Grünen als Kontrollpartei oder möglicher Regierungspartner (erstmals rot-grün in Österreich wäre interessant) gestärkt werden. Dafür werden wir die nächsten Wochen laufen.

2 Kommentare bis jetzt.

  1. Micaela Springschitz sagt:

    Ich würde gerne die Grünen wählen und tat es in der Vergangenheit, aber die Wiener sind eine chaotische Gruppe. Basisdemokratie ohne Basis. Sie sollten sich mehr an die anderen Landesgruppen anpassen. OÖ mit Rudi Anschober macht das wunderbar. Die Basisdemokratie gehört verändert, die Statuten sind nicht mehr zeitgemäß. EIne Landespartei, die keiner leiten kann. Das beste wäre, Van der Bellen übernimmt diese Partei. Dann bekommen sie auch wieder mehr Stimmen, wenn die Streitereien aufhören. Er hat gezeigt, dass er die Bundespartei zum Erfolg geführt hat. Leider hört man von ihm bisher nur wenig.

  2. asteinhauser sagt:

    Sehr geehrte Michaela Springschitz!

    Von chaotischen Zuzständen kann keine Rede sein. Das ist ein medial völlig überzeichnetes Bild. In zwei Bezirken haben sich Grüne mit demokratisch gewählten Wahllisten (alle Mitglieder wahlberechtigt) nicht abfinden können. Das ist schade – hat aber mit Chaos wenig zu tun. Schennach ist gegangen ohne die völlig offene Wahl zum Bundesrat überhaupt abzuwarten. Auch der Mythos der Basisdemokratie ist völlig überzeichnet. Entscheidungen fallen längst in gewählten kleinen Gremien. Den Umstand, dass Mitglieder die KandidatInnen wählen, würde ich eher als normalen demokratischen Vorgang bezeichnen, der anderen Parteien fehlt. Die Grünen sollen alternativ, anders und aufregend sein, sagen viele – im gleichen Atemzug wird Führung verlangt und unsere demokratische Entscheidungsstruktur kritisiert. Es gibt keine Politik, die frei von Betriebsunfällen ist – leider – das ändert aber nichts daran, dass es die starke Stimme der Grünen gegen rechts, für den Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit braucht. Außer man sieht diese Inhalte auch in anderen Parteien vertreten.

    MfG
    Albert Steinhauser

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