Die burgenländischen Wahlen haben für uns Grüne enttäuschend geendet. Natürlich werden wir noch in den Landtag einziehen – das ist gut – ändert aber nichts daran, dass wir eine Niederlage eingefahren haben. Das kommt um so überraschender, als uns die Umfragen sogar Zugewinne vorausgesagt haben. Es ist schon richtig, dass das nichts neues ist. Das hat weniger mit dem Versagen der Meinungsforscher zu tun, sondern zeigt, dass wir in der Wirtschaftskrise Sympathie nicht in WählerInnenstimmen umsetzen können. Klar ist auch, dass das Burgenland nie ein“leichtes Pflaster“ für uns Grüne war. Die Ergebnisse waren aber trotzdem schon besser.

Ein Teil der Niederlage ist hausgemacht. Der engagierte Spitzenkandidat Reimon wurde viel zu spät gewählt und hatte kaum Zeit sich zu profilieren. Warum das so war, bleibt ein  Rätsel. Auch hat die politisch richtige  Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus der SPÖ nicht gezogen hat. Die Kritik am Assistenzeinsatz oder die Debatte um Eberau waren offensichtlich kein Wahlmotiv „grün“ zu wählen. Dazu kommt, dass wir außerhalb der Großstädte kaum präsent sind. Das wissen wir seit Jahren, trotzdem ist es bis heute nicht gelungen dieses Manko zu beheben. Bleibt als schwacher Trost, dass auch SPÖ, ÖVP und FPÖ nicht zufrieden sein können. Das ist aber auf Dauer zu wenig.

6 Kommentare bis jetzt.

  1. dave66 sagt:

    Obgleich natürlich das Burgenland mit dem Fehlen jeglicher urbaner Akkumulation ein Sonderfall darstellt, sollten Die Grünen etwas selbstkritischer (muss ja nicht über die Medien wie früher laufen) folgende Punkte durchgehen:

    Migration: Es ist zuwenig und zudem für die unterpriviligierten Autochthonen, wie auch für die integrationswilligen Migranten, zynisch, wenn man immer von einer heilen Welt spricht und die anderen mehr oder weniger als Faschisten abwertet. Es stünde insbesondere den Grünen gut an, wenn sie sich klar für die Abschiebung von Menschen aussprechen würden, die die westliche Kultur ablehnen, die Frauenrechte missachten, etc. Das wäre kein Signal in Richtung „braun“ sondern vielmehr eine Unterstützung für integrationswillige Frauen und archaischen Kulturkreisen.

    Soziales &Wirtschaft: Hier sind sie im Prinzip mit ihren Themen gut aufgestelllt, es fehlt aber bei der glaubhaften Vermittlung. Hier orte ich eine Beißhemmung gegenüber Institutionen wie dem AMS und anderer Non-Profitorganisationen im Dunstkreis der Großparteien, die extrem von der Versklavung der Arbeitslosen profitieren, anders kann man es nicht bezeichnen. Mag sein, weil auch viele Funktioäre bei den Grünen aus diesen Organisationen kamen. Anyway. Für die Vermittlung ihrer Programmatik ist sie hinderlich. So gewinnt man nicht die Herzen der „Entrechteten und Gedemütigten“.

    Personelles: Hier, und da muss man kein Feind der Grünen sein, ist Feuer am Dach. Von wenigen profilierten Menschen, wie Peter Pilz mal abgesehen, gibt es weit und breit – zumindest für die Öffentlichkeit – keine Funktionäre/innen, die das glaubhaft vermitteln können. Ein Problem, das vermutlich nicht schnell zu beheben ist, da aufgrund der „gründlichen Aufbauarbeit“ vermutlich auch in der zweiten und dritten Reihe auch Menschen vom Zuschnitt der Parteichefin Platz genommmen haben – d.h. basisdemokratisch kooptiert wurden. 🙂

  2. Gerald Kraschitz sagt:

    Das schlechte Wahlergebnis im Burgenland ist hausgemacht. Und in der Steiermark wird es nicht anders werden. Das Argument, in Graz hat man ein Grundmandat sicher, ist kein Trost, für die vielen verlorenen Jahre. Man weiß ganz sicher nicht mehr wer die eigenen Wähler sind, weil man sich damit nicht mehr auseinandersetzt. Es ist halt zuwenig hinter verschlossenen Türen endlose Diskussionen zu führen, die am Leben der Menschen völlig vorbei gehen. Auch ist es wenig hilfreich Wahlkämpfe weit ab von den heimischen Medien zu bestreiten. Bei vielen steirischen Medienleuten sind die Pressebetreuer der Grünen so gut wie unbekannt. Und das nach fast 25 Jahren im Landtag. Hier herrscht leider ein arrogantes Elfenbeinturmdenken, das sich auch in der Realität wieder spiegelt. Vor einigen Wochen war der jetzt doch Grüne Spitzenkanditat Werner Kogler Samstag zu Mittag auf einem bekannten Grazer Markt, an einem nicht minder bekannten Marktstand anzutreffen. Allerdings nur dann, wenn man einem halben Meter daneben stand. Man muss ja nicht ständig Hände schüttelnd durch die Gegend laufen, aber diese Abschotterei, die es einem schon unmöglich macht auf ein Großwort auch entsprechend zu antworten ist extrem fatal. Wer als Wahlkämpfer das nach so vielen Jahren noch immer nicht verstanden hat, wir bei aller Programmatik schlicht nicht mehr gewählt werden. Auch nicht vor den „urbanen Grünen“ in Graz.

  3. Sägezahn sagt:

    Natürlich hausgemacht.
    Absitzen und parteiintern nach oben stricken kann man erst, wenn eine gute Basis vorhanden ist und tatsächlich Pöstchen zu verteilen sind.
    Vorleben ist besser.
    Man muß ja (als Wähler) nicht gleich Kommunist werden, nur weil einem Ernst Kaltenegger in Graz gefällt. Aber so einer muß es (oder eine) schon sein. EinerIn, über den man reden kann, ohne sich schämen zu müssen.
    Außer Josko, der wohl in Polit-Pension geht, sehe ich niemanden. Oder etwa Grete Krojer??

  4. wolfgang pirker sagt:

    du schreibst, „wir wissen seit jahren, dass wir außerhalb der großstädte nicht präsent sind“. stimmt. und warum ändert sich nichts? warum schaut man zu, wie ganze bezirke quer durch österreich stagnieren? warum investiert man nicht in den aufbau von bezirksstrukturen? umverteilung der mittel – ein tabu bei den grünen? der parteispitze, den abgeordneten geht’s (noch) gut, den urbanen grüngruppen auch, doch am land herrscht statt wachstum selbstausbeutung und hoffnungslosigkeit, da schmilzt die basis dahin und somit ein beträchtliches wählerpotenzial. aber jetzt, nach der burgenland-wahl, wird alles besser. bin gespannt …

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