Der fanatische Nazi-Hauptmann wurde getötet

Gestern wurden im Parlament die Wehrmachtsdeserteure rehabilitiert. Die Rechtsparteien haben dem Gesetz nicht zugestimmt – man könne nicht auch Mörder oder Deserteure, die erst zu Kriegsende, als alles zusammengebrochen ist, desertiert sind, rehabilitieren. Abgesehen davon, dass nur bei 0,39% aller Desertionen physische Gewalt angewendet wurde, zeigt die folgende Begebenheit, dass diese Argumente ins Leere laufen:

Am 8. Mai 1945 hat die Wehrmacht kapituliert. Nicht alle Armeeverbände wollten sich daran halten. In Norwegen hat es eine Armeeeinheit gegeben, die den Befehl ausgegeben hat, weiter zu kämpfen. Außerdem gab es den Befehl, auf dem Rückzug sämtliche Lappen und alle bewaffneten Norweger, die angetroffen werden, zu erschießen, da sie verdächtigt wurden mit den Russen zusammen zu arbeiten.

Die Soldaten wollten diesen Befehl nicht mittragen. Der fanatische Nazi-Hauptmann wurde getötet und die Soldaten sind Richtung Schweden geflüchtet. Ein kleinerer Teil dieser Gruppe – 11 Personen – wurde wieder gefangengenommen. Am 9. Mai hat ein Wehrmachtsgericht vier davon zum Tode verurteilt und am 10. Mai wurden diese Todesurteile – zwei Tage nach der Kapitulation der Wehrmacht – vollstreckt.

Kann man diesen Soldaten ernstlich einen Vorwurf machen? Hat man 64 Jahre später das Recht, ihnen Gerechtigkeit und Rehabilitierung zu verwehren? Nein! Deshalb ist das Rehabilitierungs- und Aufhebungsgesetz nicht nur ein schöner Erfolg der Grünen, sondern ein Meilenstein in der Aufarbeitung der österreichischen Geschichte.

Details zur Rehabilitierung

Harald Walser zur gestrigen Sitzung

Ein Kommentar bis jetzt.

  1. Alex sagt:

    Guter Artikel! Bildungssteuer ist ein interessanter neuer Ansatz.
    Und vielen Dank für die Unterstützung!
    Ein Student

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