Kommen in Österreich Internetsperren?

In Österreich wurde ein Kinderpornoring ausgehoben. Drei Männer haben in entsetzlicher Weise Kinder aus dem familiären Umfeld missbraucht und auf Kinderpornoseiten darüber berichtet. Ein entsetzliches Verbrechen.

Justizministerin Bandion-Ortner will jetzt Kinderpornoseiten „sperren“ lassen. Das Problem dabei: das ganze ist reiner Aktionismus ohne Wirkung. Die Internetseiten werden quasi wie mit einem Vorhang verhängt, der kriminelle Inhalt bleibt aber online und für die Pädophilenszene über die IP-Adresse abrufbar. Statt Namensadressen wird die Kinderpornoszene dann Nummernadressen austauschen. Sinnvoller sind Interventionen bei den Serverbetreibern, was meist binnen Stunden zu einer kompletten Abschaltung und Löschung der Seiten führt.

Die Schaffung von Sperrmöglichkeiten ist wenig wirksam und leistet der Internetzensur Vorschub. Bereits jetzt fordern etwa auch Vertreter der Musikindustrie Internetsperren gegen Tauschbörsen, in Deutschland werden Verbote für Glücksspielangebote diskutiert und in Belgien können bereits alle Seiten gesperrt werden, die „gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten“ verstoßen. Weitere Auswüchse wären nur eine Frage der Zeit.

Ein anderer wichtiger Aspekt bleibt völlig ausgeblendet. Unsere Pädagog/innen gehören geschult, um über Persönlichkeitsveränderungen der betroffenen Kinder einen Missbrauchsverdacht erkennen zu können. Das ist zwar weniger spektakulär als Internetsperren, dafür aber umso wirkungsvoller.

mehr Infos: http://internetsperren.at

5 Kommentare bis jetzt.

  1. […] auf seinem Blog veröffentlicht, dort ist dieser aber nicht (mehr) anzufinden. Update: Steinhausers Eintrag ist wieder da. Share and […]

  2. Hensi sagt:

    was ist mit dem Entschließungsantrag aus Oberösterreich? Sry aber nach der Aktion glaub ich euch das nicht – sobald in der Regierung wird darauf „vergessen“.

    Meine Stimme geht zu den Piraten….

  3. kopersky sagt:

    Datenschützer gegen Internet-Sperren: http://futurezone.orf.at/stories/1628626/
    „Nach der Ankündigung von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, im Zusammenhang mit Kinderpornografie Internet-Sperren „nicht auszuschließen“, kündigen Datenschützer ihre Bedenken an. Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten, kritisierte Internet-Sperren mit bereits bekannten Argumenten: Während die Täter solche Sperren leicht umgehen könnten, passiere in Wirklichkeit überhaupt nichts gegen Kinderpornografie. Es handle sich dabei um „reinsten Populismus und Aktionismus“, so Zeger.

    „Teuer und leicht zu umgehen: http://futurezone.orf.at/stories/1603730/

    Ein Beitrag zum Thema „Kinderpornografie: Netzsperren als Lösung?“ ist heute in der Sendung „Digital.Leben“, 16.55 Uhr auf Ö1, zu hören.

  4. @Hensi,

    Du glaubst also, dass Parteien homogene Massen sind – und deswegen die hier geäußerte Ansicht von Albert Steinhauser eine Lüge sein muss?

  5. bdclna sagt:

    WmKFNS hjoerwyrhaxg, [url=http://ielzopgllnfb.com/]ielzopgllnfb[/url], [link=http://iudmcaulhckp.com/]iudmcaulhckp[/link], http://ktvipmaemmvr.com/

Einen Kommentar schreiben: