Betragensnote für protestierende SchülerInnen?

Wochenlang hat die Lehrergewerkschaft mit der Bildungsministerin gerungen. Sogenannte Dienststellensitzungen (Versammlungen mit Warnstreik-Charakter) hat es gegeben. Gestern hätten die LehrerInnen einen Protsttag abgehalten, wäre es am Montag nicht zur Einigung gekommen. Eine Einigung auf dem Rücken der SchülerInnen, die künftig auf freie Tage verzichten müssen und jetzt zu Recht protestieren.

Was machen die LehrerInnen? Manche SchuldirektorInnen haben nichts besseres zu tun als unverschämt  zu drohen. „SchülerInnen, die heute demonstrieren bleiben unentschuldigt dem Unterricht fern und müssen mit einer Betragensnoten rechnen“, heißt es mancher Orts in den Schuldirektionen. Frecher geht es nicht mehr.

Zuerst wird die Solidarität der SchülerInnen mit den LehrerInnen gerne gesehen, dann die SchülerInnen den eigenen standespolitischen Interessen geopfert und jetzt noch das Rohrstaberl geschwungen. Hinter dieser Vorgangsweise stehen sicher nicht alle LehrerInnen. Was man sich selbst herausnimmt, sollte man auch anderen zugestehen.

Hätte die Lerhergewerkschat Mut und Anstand, würde sei gegenüber der Bildungsministerin einen Betragensnotenboykott ausrufen und die SchülerInnen zumindest heute in ihrem Protest unterstützen.

Die SchülerInnen haben diesen Drohungen ohnedies die lange Nase gezeigt. 60 000 haben österreichweit demonstriert. Gratulation!

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