Kein Salon für extreme Rechte!

Dieses Wochenende findet wieder der Ball des rechtsextremen Wiener Korporationsrings  (WKR), einer Dachorganisation der deutschnationalen Burschenschaften, statt. Allerdings heuer mit einem neuen Namen und neuen Veranstalter. Die FPÖ hat jetzt die Schirmherrschaft für diesen rechtsextremen Event übernommen und richtet für die strammrechten Burschen den sogenannten „Akademiker-Ball“ aus. Nach den Protesten der letzten Jahre war es dem WKR nicht mehr möglich in der Hofburg den Ball zu veranstalten.

Die Burschenschaften liefern traditionell sowohl der FPÖ als auch der Neonazi-Szene (Küssel, Radl, Budin) ihren politischen Nachwuchs und dienen als eine Art Scharnierfunktion zwischen der rechten Radauszene im Parlament und auf der Straße.

Dass dieser Ball nicht nur eine harmlose Tanzveranstaltung – wie gerne behauptet – sondern ein wichtiges Treffen der europäischer Rechtsextremisten ist, soll die unten folgende (unvollständige) Liste von rechtsextremen Gästen aus Europa verdeutlichen. In keinem anderen Land in Europa wäre es möglich einen Ball von Rechtsextremen und Neofaschisten in den Prunkräumlichkeiten der Republik zu veranstalten. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.

Die (unvollständige) Liste der Gäste verdeutlicht diese Dimension:

  • Markus Beisicht (2009, 2010, 2011): Vorsitzender der rechtspopulistischen und antimuslimischen Gruppe pro Köln, davor Funktionär der Republikaner, dann der rechtsextremen Deutschen Liga für Volk und Heimat
  • Patrik Brinkmann (2009, 2010, 2011): schwedischer Multi-Millionär und Stifter der Kontinent Europa Stiftung, die zum Ziel hatte, die Kooperation der europäischen Rechtsextremen voranzutreiben; ursprünglich Unterstützer der neonazistischen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), heute pro-„Bewegung“
  • Philip Dewinter (2009, 2010, 2011): Vorsitzender des rechtsextremen Vlaams Belang
  • Alexander Dugin (2009): russischer Antisemit, ehemaliger Faschist und nunmehriger Rechtsextremist, Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei Russlands (1994) und der Eurasischen Partei (2002)
  • Matthias Faust (2009): damals Vorsitzender der rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU), seit Ende 2010 stellvertretender NPD-Parteivorsitzender
  • Bruno Gollnisch (2009, 2011): Generalsekretär und Europaabgeordneter des rechtsextremen Front National (FN), Holocaustrelativierer, (gescheiterter) rechter Gegenkandidat zu Marine Le Pen um den FN-Vorsitz
  • Jean Marie Le Pen (2008): damals FN-Anführer
  • Andreas Molau (2009): damals Kandidat für den Vorsitz der NPD, danach Pressesprecher der DVU, heute pro-„Bewegung“
  • Enrique Ravello (2009): spanischer Neofaschist (Tierra y Pueblo)
  • Frank Vanhecke (2008): damals Vorsitzender des rechtsextremen Vlaams Belang
  • Marine Le Pen (2012): Vorsitzende des FN; MEP
  • Kent Ekeroth und Björn Söder (2012): Parlamentsabgeordneter und Generalsekretär der Schwedendemokraten
  • Philip Claeys (2012): Vlaams Belang-MEP

 

Die Liste wurde uns freundlicherweise von Andreas Peham zur Verfügung gestellt.

4 Kommentare bis jetzt.

  1. Fiete Jansen sagt:

    Also ganz up to date seid Ihr ja nicht. Andreas Molau ist zB 2012 aus der rechtsextremen Szene ausgestiegen und setzt sich mittlerweile unter anderem für deutsch-türkische Projekte ein.

  2. albert steinhauser sagt:

    Bitte genau lesen: Andreas Molau (2009): damals Kandidat für den Vorsitz der NPD,
    Niemand sagt, dass er jetzt Rechtsdextremist ist, noch dass er gegenwärtig an diesem Ball teilnimmt. Bei seiner Teilnahme 2009 war er aktiver Rechtsextremist.

  3. Michael Josef JANK sagt:

    Man zerlege einmal das Wort „Nationalsozialismus“ und
    schaue, was da rauskommt: „National-Sozialismus“, oder
    „nationalistischer Sozialismus“ oder „sozialistischer Nationalismus“.

    Sie haben eines gemeinsam: Es sind die giftigen Sumpfpflanzen
    aus dem selben ungeistigen Nährboden.
    Sie alle haben ihre eigenen Ersatzgötter.

    Ob „Sozialismus“ oder „National-Sozialismus“, -sie haben als
    Ersatzgott die „Gemeinschaft“.
    Bei den National-Sozialisten ist der Ersatzgott „Volk und Rasse“,
    bei den Sozialisten ist der Ersatzgott der „Staat“.

    Bei den Kapitalisten ist der Ersatzgott zwar nicht die „Gemeinschaft“,
    dafür aber die „Materiellen Güter“.
    Bei den Humanisten ist der Ersatzgott der „Mensch“, bei den Liberalen
    ist es der unbegrenzte „freie Wille“ als Teil des Menschen.

    Bei New Age ist der Ersatzgott das „Universum“ bzw. der „Kosmos“,
    bei den Grünen ist der Ersatzgott der „Lebensraum Erde“.

  4. r fischer sagt:

    Wäre es möglich eine komplette Liste der Teilnehmer des Balls zu bekommen.
    In mein Interesse ist ob Vetreter der Judikative und/oder der Exikutive auf dem Ball vertreten waren.

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