Am 15.10.1971 bin ich in Wien geboren worden. Keine Frage mir war vom ersten Moment bewusst, dass die politischen Ungerechtigkeiten zum Schreien waren.

Mir war damals schon klar – der Weg zu Veränderungen wird lange, zäh und kräfteraubend sein. Es war daher wichtig in dieser Situation „Reserven“ anzusammeln, um später in kargen politischen Zeiten davon zerren zu können.

Relativ schnell war mir klar, dass in meiner ersten Lebensphase Tarnung wichtig war. Schließlich sollten nicht gleich alle merken, dass ich einen politischen Plan zur Veränderung der herrschenden Zustände hatte.

Über meine Schulzeit ist wenig überliefert. Sagen wir es so: es waren keine einfachen Zeiten – ich war schwerer Legastheniker. Mir war aber immer klar – es ist ein langer Weg voller Prüfungen.

Jetzt war es aber an der Zeit aktiv zu werden. Ich hielt Ansprachen und versuchte MitstreiterInnen für meine Anliegen zu gewinnen. Damals wie heute stand fest: die Zeit drängt.

Ich gründete unterschiedliche Untergrundorganisationen. Die politischen Erfolge meines selbstgegründeten Abenteuervereins blieben trotz verwegener Halstücher leider bescheiden.

Ich änderte meine Taktik. Wäre es nicht besser, eine bestehende Organisation in den Dienst der revolutionären Sache zu stellen? Auch das scheiterte. Trotz langjähriger Tätigkeit als Ministrant konnte ich diese gesellschaftspolitisch einflussreiche Organisation nicht übernehmen.

Nachdem sämtliche Versuche der hohen Kunst der Guerilla-Taktik gescheitert waren, änderte ich meine Strategie. Ich beschloss, sie mit ihren eigenen Mittel zu besiegen und beschloss Jus zu studieren. Wie am Foto unschwer erkannt werden kann, folgten ruhige und beschauliche Jahre als braver Jusstudent. Mit Details dieser Lebensphase will ich die geneigten LeserInnen nicht langweilen.

Gemeinsam mit anderen gründete ich die Grünalternative Jugend und wurde deren erster Sprecher. Der damalige Jungschwarze und nunmehrige ÖVP-Nationalrat Werner Amon wollte unsere Aufnahme in den Bundesjungendring verhindern. Er behauptete, wir seien gewaltbereit. Dieser Form von verbaler Gewalt wurde seitens des Bundesjugendrings eine Abfuhr erteilt. Wir wurden aufgenommen und Amon zog sich schmollend zurück.

1999 wurde ich Klubobmann und Bezirksrat der Grünen im 3. Wiener Bezirk (Wien-Landstraße). Das war nicht geplant. Übrigens nicht weniger als fünf (!) damalige BezirksrätInnen der Landstraßer Bezirksvertretung sitzen heute im Nationalrat. Damit habe ich aber nichts zu tun. Mein Plan bestand nie darin, dass die Landstraßer in Österreich überproportional an Einfluss gewinnen.

Ich arbeitete als Jurist bei der Gewerkschaft der Privatangestellten. Manche wollen nicht glauben, dass das einem Grünen erlaubt war. Ich habe GPA-Mitglieder vor dem Arbeits- und Sozialgericht vertreten. Eine schöne und interessante Zeit, wo ich den Kampf um Gerechtigkeit vor Gericht ausgetragen habe.

2002 wurde ich ehrenamtlicher Landessprecher der Wiener Grünen. Das war eine schwierige Aufgabe. Es waren damals allzu ausufernde Streitereien innerhalb der Wiener Grünen und eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene mit Schüssel zu verhindern. Beides ist gelungen.

Wie ein Foto aus dem Jahr 2006 klar belegt, hat mein persönlicher Aufgabenbereich kontinuierlich an Bedeutung und Verantwortung gewonnen. Es hat mich gereizt, sich den ganz großen Herausforderungen zu stellen.

Seit 2007 bin ich Nationalratsabgeordneter und Justizsprecher der Grünen. Meinen Inhalten bin ich treu geblieben. Egal ob im Parlament …

… oder auf der Straße. Der Einsatz gilt heute, wie im ersten Bild lautstark der Veränderung.

Wie die Geschichte weitergeht, muss erst geschrieben werden …

 

 

5 Kommentare bis jetzt.

  1. heidi sagt:

    Erfrischende Geschichte! Schade, dass es mit der Übernahme der Kirche und einem Papst-Posten nicht klappte, täte der Welt gut. Die arbeitsrechtliche Vertretung (GPA) durften wir auch kennen lernen (danke), wir wünschen für die Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg – dies natürlich zu unser aller Nutzen!

  2. Marion Wächter sagt:

    Echt schöne Geschichte und super Bilder

    L.G. Marion Wächter

  3. Hannes sagt:

    Nette Fotogeschichte… gibt auch einen privaten Einblick in das Leben eines Politikers!

    P.S.: Nie aufgeben.

  4. Chris sagt:

    Super Geschichte und tolle Bilder!

    Und Gratulation zu deinem guten Ruf, den du dir erarbeitet und aufgebaut hast! Immer weiter so! 🙂

  5. Herr Mag. Steinhauser, wenn Sie etwas bewegen möchten dann gehen Sie mit meinem Fall an die Öffentlichkeit. Es ist skandalös wie die Justiz die kriminellen Machenschaften eines Landeskrankenhaus unter den Teppich kehrt. Hier können Sie aufzeigen wie die Justiz die Gesetzte der Bürger mit Füßen tritt. http://www.aerztepfusch.at Info unter: 0681/20560760

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