Die FPÖ in der Krise?

Die FPÖ hat bei den drei Gemeinderatswahlen kaum dazugewonnen. Das ist an sich nichts besonderes und kann vorkommen. Schließlich haben auch wir Grünen nicht wirklich zugelegt. Aber – und das ist bemerkenswert – die FPÖ stagniert auf Basis der Ergebnisse des Jahres 2005, das für die FPÖ ein echtes Katastrophenjahr war. Nach fünf Jahren schwarz-blau war man total am Boden. Das BZÖ hat sich abgespalten und in der Steiermark ist die blaue Truppe aus dem Landtag geflogen.

Die FPÖ ist tatsächlich in der Krise. Der erste schwere Fehler war, dass man sich mit dem BZÖ Kärnten politische Pleitiers in die Partei geholt hat. Damit sind die Themen Kontrolle und politische Sauberkeit für die Blauen auf Jahre abgehackt. Nächster Fehler war die Präsidentschaftskandidatur von Barbara Rosenkranz. Relativierungen des Nationalsozialismus mögen in den Kellerlokalen der FPÖ ankommen, aber selbst an den viel zitierten Stammtischen wird das als zu weitgehend betrachtet. Rosenkranz ist aber auch völlig inkompatibel zur Disco-Politik von Strache. Das schrullige Omaimage der blauen Präsidentschaftskandidatin wirkt dort eher als Wählerverteibungsprogramm.

Dazu kommt, dass die FPÖ nur das Thema “Ausländer raus” besetzt. Eher inkompetent und weitgehend ohne Programm schleppt sich die FPÖ durch andere Themenfelder. Zielsicher skurril treten die weniger bekannten Hinterbänkler bei der FPÖ auf. Vielleicht hat die Rosenkranz-Kandidatur bewirkt, dass die Wähler/innen sehen, wie es um die FPÖ wirklich bestellt ist.