Kirche und Republik müssen Übergriffe an Internats- und Heimkindern restlos aufarbeiten!
Jetzt beginnt auch in Österreich die Debatte um Missbrauch und Gewalt an Internats- und Heimkindern. Besonders schlimm war die Situation in den Heimen der 50er- und 60er-Jahre. Die Heime von damals waren Großheime, Zuchtanstalten ohne Individualismus und militärisch geführt.
Die Erzieher waren von nationalsozialistischen Erziehungsbildern geprägt. „Zöglinge“, wie man sie damals genannt hat, erzählen, dass Übergriffe und Gewalt auf der Tagesordnung gestanden sind. In manchen Heimen hat es beispielsweise so genannte Besinnungsgruppen zur Disziplinierung gegeben. Das war nichts anderes als wochenlanges Einsperren und Isolieren zur Bestrafung. Die betroffenen Internats- und Heimkinder haben mit den Folgen der physischen und psychischen Übergriffe lebenslang zu kämpfen.
Dazu kommt, dass gerade die katholische Kirche sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen systematisch vertuscht hat. Unter dem Vorwand, dass derartige Vorfälle intern zu klären sind, wurden die Täter bloß versetzt und nie zur Verantwortung gezogen. Die katholische Kirche muss diese Fälle aktiv aufarbeiten und darf nicht weiter zu zuwarten.
Jetzt ist es an der Zeit für Wiedergutmachung zu sorgen. Da oftmals die Straftaten und Schadenersatzansprüche verjährt sind, braucht es eigene Rahmenbedingungen dafür. Da sind die katholische Kirche und die Republik Österreich und ihre Bundesländer gleichermaßen gefordert.







