Darf die Krone für Rosenkranz aufrufen?

Der Herausgeber der Krone unterstützt die rechtsextreme Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz von der FPÖ. “Wählen wir sie …”, hat er uns unter dem Pseudonym Cato wissen lassen. Dieser Wahlaufruf ist in erster Linie eines – peinlich für die Kronen Zeitung. Rosenkranz wirkt, wie ein Fossil des nationalsozialistischen Mutterbildes. Die NSDAP hätte Freude mit ihr: 10 Kinder zum Erhalt der “Rasse”, wie von de Partei gefordert aus der Kirche ausgetreten und unterwegs auf Sonnwendfeiern und anderen kruden deutschnationalen Zusammenkünften. Dazu kommt ihr, selbst aber nicht gelebtes, Frauenbild vom Heimchen am Herd. Mit der Lebensrealität von heute hat das wenig zu tun. Das Weltbild der Frau Rosenkranz wird Strache auf seinen Discotouren nur schwer erklären können. Die Krone beteiligt sich mit ihrem Aufruf ein einer rechtsextremen Minderheitenfeststellung.

Spannend ist aber auch die Frage, ob der Aufruf des Krone-Herausgebers für eine Kandidatin eine Grenzüberschreitung ist. Dazu muss man wissen, dass beispielsweise amerikanische oder englische Zeitungen immer wieder für Parteien und Kandidat/innen aufrufen. Das entspricht zwar nicht der österreichischen Medienkultur, ist aber jedenfalls besser als die gelebte österreichische Praxis. Denn für bestimmte Parteien oder Kandidat/innen wurde von unterschiedlichsten Medien immer wieder mobilisiert – nur versteckt und verquickt mit der Berichterstattung. Da ist ein offener Aufruf in einem Kommentar (wie auch von Thurnherr im Falter für Fischer) noch besser, wenn mir auch kritischer Journalismus in alle politischen Richtungen am liebsten wäre.

Eine unappetitliche Grenzüberschreitung der Krone bleibt der Aufruf trotzdem: Barbara Rosenkranz ist und bleibt eine  Rechtsextremistin üblen Zuschnitts.