Jugendstrafvollzug Josefstadt: Justizministerin ist für schwere Missstände verantwortlich
Justizministerin Bandion-Ortner hat in diesen Tagen brisante Post von mir bekommen. Eine parlamentarische Anfrage zum Jugendstrafvollzug Josefstadt soll die Missstände dort aufklären. Die Kritikpunkte wiegen schwer:
• Die JA Josefstadt ist von ihren baulichen Gegebenheiten für den Jugendstrafvollzug völlig ungeeignet.
• Der Jugendstrafvollzug in der JA Josefstadt leidet an akutem Personalmangel.
• Die Folge sind lange Einschlusszeiten und damit verbunden eingeschränkte Freizeitaktivitäten, sowie körperliche und sexuelle Übergriffe unter den Insassen.
• Unter den gegebenen Bedingungen ist eine erfolgreiche Resozialisierung nahezu undenkbar.
Mit der Auflösung des Jugendgerichts unter dem damaligen FPÖ-Justizminister Böhmdorfer musste auch das Jugendgefangenenhaus in die Justizanstalt Josefstadt übersiedelt werden. Die Voraussetzungen für einen funktionierenden Jugendstrafvollzug sind dort nie geschaffen worden. Das ist nicht die Schuld der Leitung und der Mitarbeiter/innen der Justizanstalt Josefstadt, sondern der politischen Verantwortungsträger/innen. Dazu kommt, dass die Situation im Jugendstrafvollzug der JA Josefstadt der Justizministerin und ihren Mitarbeiter/innen bekannt sein müsste. Reaktionen gibt es aber keine. Pläne ein neues modernes Jugendgefängnis zu bauen, in dem das Ziel der Resozialisierung umgesetzt werden könnte, wurden auf einen unbestimmten Termin verschoben. Die Ministerin ist jetzt gezwungen die parlamentarische Anfrage wahrheitsgetreu zu beantworten – damit muss sie aber auch endlich auf die unhaltbare Situation reagieren.
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By Johanna Doderer, 10.12.10 @ 10:01
Sehr geehrter Herr Steinhauser,
heute morgen hörte ich im Ö1 MorgenjournalI über die Zustände der Jugendlichen in der Justizanstalt Josefstadt. Ich war entsetzt und kann mir nicht vorstellen, dass so etwas in Österreich überhaupt passieren kann! Nach Internetrechen bin ich jetzt auf Ihre Seite gekommen und bin etwas beruhigt durch Ihr Engagement und ihren Text! Dass Jugendliche zu “Verbrechern” werden hat doch so viel mit ihrem Umfeld und vor allem mit den Erwachsenen zu tun. Es kann doch nicht sein, dass diese jungen Menschen in einem Alter und in einer Situation wo sie enorm viel Aufmerksamkeit, Vorbilder und Halt brauchen weggesperrt und sich selbst überlassen werden.Für diese Grausamkeiten die in der Justitzanstalt Josefstadt passieren gibt es KEINE Entschuldigung und es muss auf diesem Gebiet unbedingt etwas geschehen. Diese Worte richten sich natürlich nicht an Sie sondern an unsere Jusitzministerin.Ich selbst bin Mutter eines Teenagers und daher viel mit Jugendlichen konfrontiert und sehe dadurch täglich wie sehr Menschen gerade in diesem Alter Zuwendung brauchen. Ich kann jetzt im Zusammenhang mit diesen Vorfällen nicht “wegschauen”, Wien ist auch meine Stadt und eine solche Hölle für diese Jugendlichen kann ich auf keinen Fall ignorieren.Ich bin froh auf Ihre Seite gekommen zu sein und wäre gerne bereit, sollte es Initiativen zur Verbesserung dieser Situation geben, diese nach meinen Möglichkeiten zu unterstützen.