Der “Skandal” Burschenschafterball

Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) gilt als ein Highlight im Kalender rechter bis rechtsextremer Studentenverbindungen.

Bereits seit 2005 etabliert sich Wien zur Drehschscheibe der europäischen Ultrarechtsparteien. Ein Blick auf die BesucherInnen liest sich wie ein “who is who” der österreichischen und europäischen rechten Extremismusszene. Neben zahlreichen Burschenschaftern und einer Vielzahl namhafter FPÖ´lerInnen, darunter: Heinz-Christian Strache, Martin Graf, Barbara Rosenkranz, sowie Johann und John Gudenus, tauchten etwa auch die ehemaligen NSDAP-Mitglieder Otto Scrinzi und Friedrich Hausmann als Unterstützer des Balls auf. Führungsmitglieder diverser rechtsextremer europäischer Parteien runden das  Gesamtbild ab. Aus Frankreich kam Jean-Marie Le Pen (Front National), aus Belgien Frank Vanhecke (Vlaams Belang), ebenso waren „Kameraden“ aus Bulgarien anwesend.

2009 trafen am Tag vor dem Ballabend unter Schirmherrschaft der FPÖ die Führungskader von pro Köln, pro NRW und die DVU (alle Deutschland) mit Abgeordneten der Dänischen Volkspartei, der Schweizer Volkspartei und des Vlaams Belang (Belgien) aufeinander. Die burschenschaftlichen Männerbünde und müssen als rechtsextreme Nachwuchskader und internationale Drehscheibe zerschlagen werden. Nicht mit Gewalt, sondern in dem sie politisch trocken gelegt werden und ihnen der rechtsextreme Nährboden entzogen wird.

Gegendemonstration untersagt

Die für dieses Jahr geplante und angemeldete Demonstration gegen den WKR-Ball am 29.1. wurde untersagt, selbst der Versuch meiner KollegInnen Daniela Musiol, Karl Öllinger, Harald Walser, Wolfgang Zinggl und mir, in unserem Namen eine Demo anzumelden, hat nichts gebracht – auch diese wurde untersagt.

Eine parlamentarische Anfrage soll nun die Eskalationsstrategie der Polizei hinterfragen.

  • Durch die Untersagung der Demonstrationen wurde jede Möglichkeit genommen einen legalen Rahmen und geordnete Strukturen zu schaffen.
  • Die Demonstrant/innen wurden nicht auf die Untersagung der Kundgebung hingwiesen.
  • Bereits von Anfang an wurde die Kundgebung eingekesselt und ein Wasserwerfer in Stellung gebracht.
  • Nach Auflösung der Kundgebung war es den Demonstrant/innen nicht möglich den Polizeikessel schnell und geordnet zu verlassen.
  • In Folge wurden die Demonstrant/innen dann stundenlang bei Kälte und ohne Hygienemöglichkeiten im Polizeikessel oder Lokalen festgehalten.
  • Egal ob Tourist/innen, Angestellte in angrenzenden Lokalen, Passant/innen oder Demonstrant/innen werden alle Personen, die es nicht geschafft haben binnen 10 Minuten den Polizeikessel zu verlassen angezeigt.

Während antifaschistischer Protest kriminalisiert und unterbunden wird, tanzen  Rechtsextreme in der Residenz des Österreichischen Bundespräsidenten. Antifaschistischer Protest gilt in Österreich als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und der Bundespräsident schweigt über die Vorgänge in „seinem“ Haus. Das werde ich nicht akzeptieren.

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  1. Albert Steinhauser » Burschenschafterball und Polizeieinsatz haben ein Nachspiel — 03.02.10 @ 13:27

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