Was darf die Kirche?
Gestern hat das Parlament die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Die Reaktion der Kirche folgte prompt. Ihr Bischof Küng bedauerte in einer Aussendung den Ausgang der Abstimmung. Er befürchtet nun, dass eine Türe geöffnet wurde, die letztendlich zu einer völligen gesetzlichen Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau führen wird.
Da stellt sich schon die Frage, ob die Kirche wirklich tagespolitische Angelegenheiten kommentieren soll. Demokratiepolitisch darf sich jeder äußern. Aber will die Kirche wirklich wieder zurück zu Zeiten, wo sie von der Kanzel herunter politisiert? Offensichtlich schon. Damit erweist sie sich aber einen schlechten Dienst. Wer die Politik tagespolitisch kommentiert, muss sich auch gefallen lassen, dass die Kirche in die tagespolitischen Auseinandersetzungen hineingezogen wird.
Ein anderer Teil der Kirche “die Diakone” macht gegen den Karikaturisten Deix mobil. Es wurde eine Anzeige “wegen der Herabwürdigung religiöser Lehren” eingebracht. Offensichtlich haben seine Gottesdarstellungen nicht allen gefallen. Das hatten wir doch schon? Wer erinnert sich nicht an den Konflikt um die Mohamed-Karikaturen. Damals haben die extremen Teile des Islam mobil gemacht. Katholische und islamische Fundamentalisten haben mehr gemeinsam als ihnen bewusst ist. Die Religionsfreiheit gehört geschützt, der Strafparagraph “Herabwürdigung religiöser Lehren” aber abgeschafft.







