Vorarlberg: Grüner Erfolg?
In den Diskussionsforen wird jetzt auch diskutiert, ob das Grüne Wahlergebnis in Vorarlberg ein Erfolg war. Gleich vorweg, wenn sich die FPÖ verdoppelt gibt es wenig zu jubeln, wie aber ist das Grüne Ergebnis ein zu schätzen?
Ganz grundsätzlich wäre es absurd über ein Ergebnis frustriert zu sein, über das wir uns vor fünf Jahren gefreut haben. Vor allem, wenn sich die ÖVP regelmässig mit deutlichen Verlusten zum Sieger erklärt. Dazu kommt, dass wir auch absolut an Stimmen gewonnen haben. Klar ist auch, es gibt keinen Grund zur übertriebenen Selbstzufriedenheit. Wir wollen und müssen wachsen – zweistellige Ergebnisse sind aber keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer neu erarbeitet werden.
Johannes Rauch und die Vorarlberger Grünen haben einen guten Wahlkampf geführt und auch schwierige Themen nicht gescheut. Die von Harald Walser und mir angezettelte Debatte, um die fragwürdige Rolle des Landes Vorarlberg bei der Betreuung des mutmasslichen NS Täter Kumpfs hat Rauch selbst im Wahlkampf mit aller Deutlichkeit geführt.
Das Ergebnis ist auch deshalb interessant, weil es nach dem Wechsel von Van der Bellen zu Glawischnig gelungen ist, sich zu stabilisieren. Das klingt defensiv, ist aber so nicht gemeint. Ich erinnere, dass viele den Grünen ohne Van der Bellen einen Totalabsturz vorhergesagt haben.
Die Vorarlberger Wahlen zeigen aber auch, was wir noch nicht geschafft haben; vom Zerfall der SPÖ und den Verlusten der ÖVP zu profitieren. Das Ziel ist klar formuliert: wir müssen in der Krise eine echte und breit angenommene Alternative zur FPÖ werden. In der Wirtschaftskrise funktioniert die Sündenbockpolitik der FPÖ derzeit besser, als der Versuch der Grünen tragfähige Zukunftskonzepte an zu bieten. Das ist keine Ausrede, sondern ein Auftrag.







