Wie antisemitisch ist Vorarlberg?

Die FPÖ hat in Vorarlberg ihre Stimmen verdoppelt. Ihr Spitzenkandidat hat im Wahlkampf antisemitische Aussagen gemacht. Da darf man schon die Frage stellen, wie antisemitisch die Vorarlberger/innen sind?

Wahrscheinlich nicht mehr oder weniger als alle anderen Österreicher/innen. Der Antisemitismus der FPÖ war vermutlich gar nicht das zentrale Wahlmotiv. Diese Aussagen haben aber Signalwirkung. Da soll mit dem kalkulierten Tabubruch vermittelt werden, dass es da jemanden gibt, der sich etwas trauen würde. In Zeiten der Sprach- und Persepektivenlosigkeit, der Vereinzelung fällt das auf nahrhaften Boden. Das ist keine Generalabsolution für die FPÖ Wähler/innen. Die Aussagen sind so schlimm, dass man niemanden den Vorwurf ersparen kann, (trotzdem) die FPÖ zu wählen. Es erklärt aber, warum die FPÖ Wahlen ohne Lösungsvorschläge für die Probleme der Menschen gewinnen kann.

Interessant ist auch, wie kurz das Gedächtnis mancher Wähler/innen diesbezüglich ist. Vor wenigen Jahren hat die FPÖ alle Wahlen verloren, weil sie in der Regierung versagt hat. Da fürchte ich, ist es dann überhaupt völlig chancenlos, dass man sich zurückerinnert, wozu antisemitische Hetze geführt hat. Leider.

3 Kommentare

  • By JACK, 21.09.09 @ 10:33

    Tipp zum letzten Absatz: Vergleich der Ergebnisse der LTW VLBG 1999 und 2009!

    ÖVP gewonnen
    SPÖ leicht verloren
    FPÖ klar weniger Stimmen
    GRÜN sehr erfolgreich!

  • By anonym, 21.09.09 @ 14:43

    Ich denke, Fremdenfeindlichkeit war das ausschlaggebende Motiv, die FPÖ zu wählen. Antisemitische Codes, wie sie im Wahlkampf verwendet wurden, stabilisieren den Eindruck, dass die FPÖ die lauteste Stimme für Xenophobie in Österreich ist.

  • By asteinhauser, 21.09.09 @ 21:20

    Natürlich haben die antisemitischen Ausfälle auch signalisiert, dass die FPÖ bei den Migrant/innen nicht zimperlich ist. Auch die Plakate waren eindeutig. Man könnte sagen, Fremdenfeindlichkeit und der kalkulierte Tabubruch sind das Rezept der FPÖ Wahlerfolge.

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