Wie antisemitisch ist Vorarlberg?

Die FPÖ hat in Vorarlberg ihre Stimmen verdoppelt. Ihr Spitzenkandidat hat im Wahlkampf antisemitische Aussagen gemacht. Da darf man schon die Frage stellen, wie antisemitisch die Vorarlberger/innen sind?

Wahrscheinlich nicht mehr oder weniger als alle anderen Österreicher/innen. Der Antisemitismus der FPÖ war vermutlich gar nicht das zentrale Wahlmotiv. Diese Aussagen haben aber Signalwirkung. Da soll mit dem kalkulierten Tabubruch vermittelt werden, dass es da jemanden gibt, der sich etwas trauen würde. In Zeiten der Sprach- und Persepektivenlosigkeit, der Vereinzelung fällt das auf nahrhaften Boden. Das ist keine Generalabsolution für die FPÖ Wähler/innen. Die Aussagen sind so schlimm, dass man niemanden den Vorwurf ersparen kann, (trotzdem) die FPÖ zu wählen. Es erklärt aber, warum die FPÖ Wahlen ohne Lösungsvorschläge für die Probleme der Menschen gewinnen kann.

Interessant ist auch, wie kurz das Gedächtnis mancher Wähler/innen diesbezüglich ist. Vor wenigen Jahren hat die FPÖ alle Wahlen verloren, weil sie in der Regierung versagt hat. Da fürchte ich, ist es dann überhaupt völlig chancenlos, dass man sich zurückerinnert, wozu antisemitische Hetze geführt hat. Leider.

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