Südtirol. Warum die Ferien für Graf schon zu lange dauern.

Nationalratspräsident Graf hat wieder einmal einen echten “Volltreffer” gelandet. Er fordert eine Volksabbstimmung über den Verbleib Südtirols bei Italien. Das Problem dabei – nicht einmal die Südtiroler/innen wollen sich abspalten. Also alles nur ein Sommertheater. Offensichtlich ist Graf fad, weil ihm die Parlamentsferien schon zu lange dauern.

Oder doch eine Provokation aus Kalkül? Womit wir bei den politischen Wurzeln des “feinen” Herrn Präsidenten wären. Seine Burschenschaft hat in den 60er Jahren rege Aktivitäten mit Südtirol-Terroristen entwickelt und wurde unter anderem auch deshalb 1961 aufgelöst.

Damit schließt sich der Kreis. Eskalation und rechte Provokation waren und sind das Geschäft der Olympia. Wieder einmal ist Graf ganz im Sinne der extremen Randpositionen der Olympia unterwegs.

4 Kommentare

  • By Andreas, 28.07.09 @ 20:36

    Irgendwie muss jeder seine Klientel bedienen.

    Graf raus! Sofort!

  • By Südtiroler, 02.08.09 @ 09:39

    “Das Problem dabei – nicht einmal die Südtiroler/innen wollen sich abspalten. Also alles nur ein Sommertheater.”

    Habe die Seite zufällig gefunden über das Stichwort Südtirol und möchte kurz meinen Senf dazugeben wenn ich darf. Ich bin Südtiroler und leider muss man beobachten, dass z.b offizielle sozialdemokratische oder ökosoziale Politiker aus Wien nicht viel über die aktuelle Lage in Südtirol wissen. Letzte Umfragen in Zeitungen und von (wie gesagt wird) seriösen Marktforschungsinstituten sprechen eine andere Sprache wie in ihrem Artikel oben beschrieben. Dabei spricht sich immer eine absolute Mehrheit der Südtiroler gegen einen Verbleib bei Italien aus (Freistaat bzw. Rückkehr zu Österreich), und wenn man in den Stammtischen unterwegs ist sieht es genauso aus. In Südtirol wird besonders unter den Jugendlichen über eine Abspaltung von Italien diskutiert. Dies sage ich ohne Wertung, ich wollte nur daruaf hinweisen dass Ihre Meinung nicht die Meinung der Südtiroler ist. Allerdings erweist auch ein in rechten Kreisen bekannter Abgeordneter wie Graf Südtirol keinen Bärendienst. Es ist an der Zeit, dass sich auch moderate politische Strömungen des Themas annehmen und die Mehrheitsmeinung der Südtiroler mindestens zur Kenntnis nehmen und nicht Unwahrheiten verbreiten weils gerade so passt. Ein Freistaat Südtirol eingebettet in die Europaregion Tirol mit drei gleichwertigen Sprachgruppen und vollkommene unabhängkeit von Italien ist derzeit der Favorit nach letzten Meinungsumfragen (Soffi-Institut Innsbruck).

  • By asteinhauser, 04.08.09 @ 11:39

    Selbst der Südtiroler Landeshauptmann hat darauf verwiesen, dass es derzeit keine Mehrheit für eine Abspaltung in Südtirol gäbe. Ich persönlich kenne viele Südtiroler, die in Wien studieren, sich als Tiroler fühlen, aber diese Debatte für völlig überholt halten. Auch in Freistaatsüberlegungen sehe ich wenig Zukunft. Europa soll zusammenwachsen und wird immer mehr zum staatlichen “Fleckerlteppich”. Letztendlich geht es um ein zentrales Thema – “Minderheitenschutz”. Ob in Südtirol, Kärnten oder der Slowakei. Wenn das garantiert ist, sind die Fragen staatlicher Grenzen zweitrangig. Daher sollten dort die Kräfte konzentriert werden.

    mfg
    albert steinhauser

  • By Südtiroler, 04.08.09 @ 22:13

    Sie haben auf alle Fälle Recht dass man heutzutage nicht mit der Tür ins Haus fallen kann und irgendwelche Spannungen haraufbeschwören sollte. Trotzdem ist es Fakt, dass viele Südtiroler sich mehr Unabhängigkeit vom italienischen Staat wünschen. Vorzeigemodelle die in diese friedlich-unabhängige Richtung gehen sind z.b Katalonien oder Schottland (davon ist Südtirol autonomiemäßig weit entfernt, siehe Polizei, Gerichtsbarkeit usw.). Das müsste möglich sein im demokratischen Europa. Ich darf vielleicht auf eine öko-sozialdemokratisch beliebte Plattform aus Südtirol aufmerksam machen, die ich ab und an besuche: http://www.brennerbasisdemokratie.eu

    Vielleicht für Sie und viele Österreicher ein Novum: Südtiroler, die sag ich mal “links”, grün und weltoffen sind (Stichwort Mehrsprachigkeit usw.) und für die Unabhängigkeit vom ital. Staat eintreten.
    Dies ist nur ein Beispiel, was sich viele Südtiroler jeglicher politischer Richtung insgeheim wünschen. Und noch eine Sache zu den Studenten aus Südtirol in Wien: Fakt bleibt trotzdem dass bei uns die meisten im sogenannten “Ausland” bleiben, weil sie dort einfach mehr verdienen und bessere Perspektiven haben als bei uns in Südtirol.
    Beste Grüße

Other Links to this Post

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Hinterlasse einen Kommentar