Joschka Fischer tritt sein Lebenswerk mit Füßen
Anfang nächster Woche sollen die Verträge zum Gaspiplineprojekt Nabucco unterzeichnet werden. Österreich ist führend dabei, wenn künftig Gas aus den Krisenregionen Iran und Georgien nach Mitteleuropa gepumpt werden soll. Der ehemalige deutsche Grün-Außenminister Joschka Fischer wurde als Berater angeheuert. Dass sich Fischer dafür hergibt, ist ein starkes Stück.
Ökologisch ist Gas als fossile Energiequelle ein Auslaufmodell. Ziel ist ein mittelfristiger Ausstieg. Das ist schon aus klimapolitischen Überlegungen das Gebot der Stunde. Auch geopolitisch ist das Projekt Unsinn. Offiziell will man nicht von den Launen Putins abhängig sein. Georgien und der Iran sind aber alles andere als stabile Länder. Dazu kommt noch die Frage, ob man mit dem menschenverachtenden Mullahregime wirklich Geschäfte machen soll. Tatsächlich geht es nämlich um rein wirtschaftliche Überlegungen am Gasmarkt.
Fischer ist Consulter. Projekte der Wirtschaft ökologischer zu gestalten oder sein außenpolitisches Wissen zur Verfügung zu stellen ist nicht illegitim. Irgendwo gibt es aber eine Grenze. Fischer tritt damit vorallem sein eigenes umweltpolitisches Lebenswerk mit Füßen.
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